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| 19:17 Uhr

Unternehmer-Initiative
Erste Altstadt-Stromzapfsäule

Erstes Fahrzeug, das an die neue Elektrozapfsäule an der Pension „Am Spreeschlösschen“ von Marko Schröter (r.) angeschlossen wurde, war der Tesla Modell S von Annett und Michael Ströer.
Erstes Fahrzeug, das an die neue Elektrozapfsäule an der Pension „Am Spreeschlösschen“ von Marko Schröter (r.) angeschlossen wurde, war der Tesla Modell S von Annett und Michael Ströer. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Pensionsbetreiber Marko Schröter will Elektro-Mobilität in der Tourismusregion Schub geben. Von Daniel Preikschat

In der Neustadt konnten Fahrer von Elektro- oder Hybridfahrzeugen die Akkus bereits seit Eröffnung des neuen Parkplatzes an der Alten Huttung neben dem neuen Hotel aufladen. Nahe des Busparkplatzes hatten zuvor auch schon die Stadt- und Überlandwerke Luckau-Lübbenau (Süll) eine Elektroladesäule in Betrieb genommen. Seit dieser Woche nun hält die Elektro-Mobilität auch Einzug in die Lübbenauer Altstadt. Gastronom und Kahnfährmann Marko Schröter hat auf dem Parkplatz neben seiner Pension „Am Spreeschlösschen“ als Erster eine Ladesäule errichten lassen.

Erste Lübbenauerin, die ihr Fahrzeug anschloss, war am Montag Annett Ströer, die mit Ehemann Michael seit einem Jahr Tesla-Vermietung und Chauffeur-Service in der Spreewaldstadt anbietet. Eine werbewirksame Aktion, die jedoch die volle Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Stadtmarketing fand. Denn im Spreewald Elektromobilität voranzubringen, sei ausdrückliches Ziel, so Sprecherin Birgit Tanner. Das passe zur Region. Daher wurden zu dem Termin auch Vertreter aus allen Qualitätsbetrieben in Lübbenau eingeladen – um für sich zu prüfen, ob sie selbst nicht auch Elektro-Gefährte oder Ladestellen anbieten wollen.

Michael Hensel vom Projektbüro Lübbenaubrücke kam passenderweise auf einem Lastenrad mit Elektromotor in die Spreestraße gefahren. Bis Ende September noch dürfen er und seine Kollegen das 45 Stundenkilometer schnelle Gefährt nutzen, das der Bund kostengünstig ausleiht, um Städte zu entlasten.

Außer Tesla und Lastenrad parktten noch weitere umweltfreundliche Fahrzeuge auf Schröters Parkplatz. Mitarbeiter der Autohäuser Lowka und Flechtner in Lübbenau kamen im Elektro- beziehungsweise Hybrid-Fahrzeug. Marko Schröter selbst fährt seit einer Woche einen Plug-in-Hybrid, der elektrisch angetrieben wird und nur bei Bedarf den Benzinmotor zuschaltet. Mit sämtlichen Gefährten ging es in Schröters Zerkwitzer Pension „Tannenwinkel“, wo die Fahrzeuge auf einer Wiese ausstellungsreif geparkt wurden und angeschaut werden konnten.

Von den Autohaus-Mitarbeitern war dabei unter anderen zu erfahren, dass der Verkauf dieser Autos eher schleppend verlaufe. Die Ströers indes sind mit dem Verlauf des ersten Geschäftsjahrs soweit zufrieden. Der Tesla vermiete sich gut. „Zumeist wollen unsere Kunden den Wagen selbst fahren und nehmen den Chauffeur-Dienst nicht in Anspruch.“ Das „Wow-Gefühl“ wollen sie genießen in dem lautlos dahin gleitenden 300 PS-Fahrzeug mit der irren Beschleunigung.

Annett und Michael Ströer wiesen auf die Vorteile der Elektrogefährte gerade für den Spreewald hin. Gäste aus Berlin beispielsweise könnten ihre Elektrofahrzeuge aufladen lassen, während sie das touristische Angebot nutzen. In Lübbenau also zum Beispiel mit dem Kahn fahren, paddeln oder die Spreewelten besuchen.

Ein Pensionsbetreiber wie Marko Schröter liefere mit der Strom-Ladestelle einen Grund mehr, Lübbenau nicht nur zu besuchen, sondern zu bleiben. Neun Stunden etwa brauche ein Elektro-Auto, um den Akku in der Spreestraße wieder voll aufzuladen. Nicht viel mehr als eine Übernachtung sei das.

Nicht verschweigen konnten aber auch die Ströers, dass derzeit die Lademöglichkeiten auch in der Region eher bescheiden sind. Es gebe noch viel zu wenige Stromzapfstellen. Neben dem Staat und den Kommunen sieht Michael Ströer auch die Unternehmer in der Pflicht, die Entwicklung voranzutreiben.