| 02:44 Uhr

Erntehelfer auf der Stradower Streuobstwiese

Gemeinsam ging es schneller: Erntefest der Baumpaten auf der Streuobstwiese bei Stradow.
Gemeinsam ging es schneller: Erntefest der Baumpaten auf der Streuobstwiese bei Stradow. FOTO: Peter Becker/peb1
Stradow. Seit 2011 wird eine Streuobstweise mit etwa 80 Obstbäumen von der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald gepachtet. Die Fläche gehört der gräflichen Erbengemeinschaft der Lynars und liegt am äußersten Zipfel des OSL-Kreises in der Gemarkung Stradow unmittelbar an der Kreisgrenze zu Spree-Neiße. Peter Becker / peb1

Streuobstwiesen mit ihrem lockeren Baumbestand gehören zum Kulturgut des Spreewaldes. Ihre Erhaltung ist Ziel der Stiftung. Baumpaten sorgen für die nötigen Einnahmen zur Bewirtschaftung der Fläche.

Zwei Dutzend Erntehelfer waren angerückt, um ihr eigenes und das Obst der noch nicht vergebenen Bäume zu ernten. Unter ihnen die Vetschauer Familie Lehmann mit entsprechenden Pflückgefäßen. "Die brauchen wir nicht für unseren Baum", erzählt Hans-Ulrich Lehmann. "Den haben wir das Jahr über genau beobachtet - aus zehn Blüten sind drei Äpfel geworden, die passen in die Hosentasche!" Dennoch hatten sie bei der Pflückaktion ihren Spaß und konnten ihre Nachbarpaten kennenlernen. Hans-Ulrich Lehmann hatte den Baum in letzten Jahr zum Geburtstag von seiner Familie geschenkt bekommen. Andere hatten da mehr Ernteglück, etwa die Spreewaldbank Lübben, die drei Bäume seit drei Jahren in Patenschaft hat. "Wir reichen die Äpfel als Gesundheitssnack für unsere Kunden in unseren zehn Filialen", erzählt Manuela Horstmann, die die Arbeit an der frischen Luft genoss. "Was wir nicht selbst ge- und verbrauchen können, geben wir in die Burger Mosterei. Den Saft schenken wir dann ebenfalls unseren Kunden ein", ergänzt sie noch.

Christina Jank von der gleichnamigen Mosterei in Burg schaute sich die Ernte an und sagt: "Wir sind froh, diese zusätzliche Quelle zu haben. Wir verarbeiten das Obst von hier gern und geben der Stiftung dafür eine Spende." "Geld kann gut gebraucht werden", bestätigt Holger Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. "Wir bezahlen für den sachgemäßen Schnitt und für weitere Pflegemaßnahmen. Dank unserer 48 Baumpaten und der Spenden gelingt uns das schon recht gut, aber wir würden gern noch die restlichen Bäume vermitteln, um auf der sicheren Seite zu sein", so Bartsch. Als Baumpfleger konnte Gabriel Petz gewonnen werden.

Ein Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung ist der Erhalt der spreewaldtypischen Feuchtwiesen, vornehmlich im Raum Lehde. Dafür wirbt die Stiftung mit der Wiesenaktie die nötigen Geldmittel ein. Hier haben sich besonders Lübbenauer Kahnfährleute eingebracht. Das Honigprojekt ("Stiftungshonig") macht auf die Bedeutung der Insekten für eine intakte Natur aufmerksam.

Unterstützung bekommt die Stiftung auch durch das Biosphärenreservat Spreewald, das wiederum von zwei Umweltpraktikantinnen, Sarah Plotsky und Natalie Köppe, die von der Commerzbank gesponsert werden, verstärkt wird.

Nachdem sich alle Helfer am Grill und bei Apfelsaft gestärkt hatten, ging es wieder ans Auflesen der zahlreichen Äpfel. Andrea Pursche von der Lübbenauer Touristinformation hatte dabei rein technisch die Nase vorn: Mit ihrem Rollsammler toppte sie die Ergebnisse der anderen, und das rückenschonend. Michael Petschick von der Biosphäre schwang sich immer wieder in die Kronen der höchsten Bäume und hatte seine Freude am Rüttel-mich-schüttel-mich-Geschäft. Sein Chef, Eugen Nowak, zog es lieber vor, von unten mit der Stange die Äpfel aus den Bäumen zu holen.

www.lr-online.de/bilder

Zum Thema:
Eine dreijährige Patenschaft kostet 90 Euro, das Obst gehört vollständig den Paten. Bewerbungen bitte an Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald, Kirchplatz 1, 03222 Lübbenau / Spreewald, Telefon 03542 85473, E-Mail: info@spreewaldstiftung.de