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Erntefest in trockenen Tüchern

Stattliche Damen an der L 49 laden zum Landeserntefest am 9. und 10. September in Raddusch ein. Angekleidet wurden die beiden Hübschen von Elke und Uwe Krüger.
Stattliche Damen an der L 49 laden zum Landeserntefest am 9. und 10. September in Raddusch ein. Angekleidet wurden die beiden Hübschen von Elke und Uwe Krüger. FOTO: H. Kuschy
Raddusch. Eigentlich könnte das Brandenburger Dorf- und Erntefest in Raddusch beginnen. Denn wie Susanne Felber von der Vetschauer Tourist-Information sagt, stecke im Großen und Ganzen alles in trockenen Tüchern. Hannelore Kuschy

Der neue Flyer mit dem gesamten Programm sei gerade fertig geworden. Hier und da müssten noch winzige Details geklärt, an dem ein oder anderen Text gefeilt werden.

Noch immer aber nehmen die Anträge vieler Radduscher auf eine Sonderfahrgenehmigung während des zweitägigen Festes gehörig Zeit in Anspruch. "Jedem können wir eine solche Genehmigung aber nicht geben", sagt Susanne Felber. Man stelle sich vor: An jenem Wochenende hält der RE 2 wie früher stündlich. Wenn das Wetter stimmt, kommen viele Bahnreisende nach Raddusch. Hinzu kommen Radfahrer und jene, die mit dem Pkw anreisen. Für sie gibt es zwei große Parkplätze - an der Einfahrt von der L 49 aus und an der Friedhofstraße, aus Richtung Burg kommend. Raddusch wird voller Besucher sein. Außerdem ist mit reichlich Publikum an den drei Bühnen zu rechnen. "Und weit mehr als 150 Händler haben sich angemeldet, die im Ort verteilt ihre Stände haben werden", zählt Susanne Felber auf. Deshalb sei es unmöglich, allen Antragstellern eine solche Sondergenehmigung zu erteilen. "Um dennoch mobil zu bleiben, schlagen wir ihnen stattdessen vor, ein Parkticket zu beantragen - das kostet nichts, und man kann jederzeit sein Auto benutzen."

Zweieinhalb Wochen trennen das 700-Einwohner-Dorf noch von seinem bisher größten Fest. Nahezu unbemerkt werkeln einige Radduscher noch, um zu bauen und zu reparieren. Detlef Mecke von der Kahnfährgemeinschaft und sein Sohn Matthias haben gestern morsche Bohlen an der Kahnanlegestelle am Naturhafen ausgewechselt. Am Abend wurden die ersten Bänke im künftigen Libellenpark aufgestellt. Der Tourismusverein und der Förderverein Kunstdorf Raddusch eröffnen den Libellenweg als Erlebnis- und Kunstpfad am Sonntag, 10. September, um 15.45 Uhr am Hafen. Der Weg soll auf die Empfindsamkeit der Natur aufmerksam machen. "Um über die Libellenflugzeiten hinaus den Besuchern etwas zu bieten, haben Künstler Gelegenheit, entlang des Weges, der parallel zur Radduscher Kahnfahrt verläuft, ihre Kunst zum Thema zu präsentieren", sagt Tourismusvereins-Chef Peter Becker. Erste Objekte sind bereits installiert wie die des Wiener Künstlers Dieter Buchhart und des Teupitzers Bernhard Gowinkowski. Ein Libellenpark im Hafen mit Holzmodellen, Infotafeln und Liegen soll die Ruhezone darstellen.

Wenig ruhige Stunden hatten Elke und Uwe Krüger, als sie die Strohpuppen ankleideten, die an der L 49 zum Besuch in Raddusch einladen. Die Ballen hat Landwirt Alexander Buchan beigesteuert. Ungezählte Stunden, erzählt Elke Krüger, habe sie geschneidert. Für jede Puppe seien vier Bettbezüge, sieben Bettlaken, drei Fliesdecken für die Arme und Gardinenstoff für die Schürze draufgegangen.