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Erneuerte Wallkrone wird mit Maifest gefeiert

Harriet Bönisch und Ulrich Lagemann schauen nach dem Fortgang der Arbeiten auf der Wallkrone.
Harriet Bönisch und Ulrich Lagemann schauen nach dem Fortgang der Arbeiten auf der Wallkrone. FOTO: H. Kuschy
Raddusch. Mit einem großen Familienfest soll am 1. und 2. Mai die erneuerte Wallkrone der Slawenburg Raddusch gefeiert werden. Seit Anfang März wird in luftiger Höhe gearbeitet. Die Kosten werden auf 450 000 Euro geschätzt, die sich Bund, Land und die Stadt als Eigentümer teilen. Hannelore Kuschy

Der Großteil der neuen etwa 120 Meter langen Wallkrone wird beim Maifest an der Slawenburg Raddusch bei Vetschau wieder begehbar sein. Wenn es das Wetter erlaubt, können die Besucher dann aus sieben Metern Höhe wieder kilometerweit die Landschaft erkunden. Derzeit aber sind es noch die Bauleute, die den Anblick nur in kleinen Verschnaufpausen genießen können. Denn sie haben noch einige Eichenbohlen auf der Krone zu verlegen. Geschäftsführerin Harriet Bönisch und Ulrich Lagemann, Vorsitzender des Fördervereins Slawenburg Raddusch, schauen immer wieder mal nach dem Fortgang der Arbeiten.

Wegen Pilzbefalls war die Wallkrone im vergangenen Jahr teilweise abgesperrt worden. Eine komplette Sperrung des Rundwegs ist allen erspart geblieben, denn Bund, Land und Stadt teilen sich die Kosten für die Erneuerung in Höhe von insgesamt einer knappen halben Million Euro. Dass es so teuer ist, liegt nach Angaben von Baufachbereichsleiter Sven Blümel an der neuen Stahl-Unterkonstruktion.

Und weil der liebe Gott nach dem Fleiß den Preis gesetzt hat, lädt der Förderverein mit Unterstützung des Kulturvereins Vetschau für den 1. und 2. Mai, 10 bis 18 Uhr, zu einem Maifest und einem Treffen von sieben Chören ein. Das werden am 2. Mai die Chöre aus Finsterwalde, Kittlitz, Groß Leuthen, Lübben, zwei aus Vetschau und Werchow sein. Von 12 bis 15 Uhr werden sie für Frühlingsstimmung sorgen.

An beiden Tagen wird das Mittelalterlager Lilienbund mit Schmied und Bogenbauer, Ritter und Bettler, Kräuterfrau und Magd vor der Burg zu erleben sein. Das Luckauer Orchester "grenzenlos" wird am 1. Mai zwischen 12 und 14.30 Uhr unter anderem bekannte Filmmelodien zum Besten geben. Am Vormittag und am Nachmittag ist DJ Dee mit Sängerin Jeannine für die Besucher da. Fast schon traditionell bietet der Bogensportverein Missen Bogenschießen an. Die Museumspädagogik lädt Kinder und Eltern zum Basteln ein. Die Dauerausstellung "Archäologie in der Niederlausitz" kann an beiden Tagen zum ermäßigten Eintrittspreis besucht werden.

Gleich links hinter dem Eingang dürfte es viele Kinder zu den neuen hölzernen Spielfiguren ziehen. Dazu gehören auch ein übermannshoher Widder, der Wasser spendet, und neue Wackelschafe aus Eichenholz.

Besuche der Slawenburg werden sich wieder das ganze Jahr über lohnen. Schon am 28. Mai wird die Sonderausstellung "Silberrausch und Berggeschrey - Archäologie des mittelalterlichen Bergbaus in Sachsen und Böhmen" eröffnet. Zu sehen sein werden spektakuläre Funde und Ergebnisse aus vergessenen Bergwerken des Mittelalters im Erzgebirge als Sensation für die europäische Montanarchäologie.

Bis Ende Juni werden in dem ursprünglichen Sumpfgebiet vier Schilfbeete als Projekt innerhalb von "Kulturland Brandenburg 2015" angelegt. Wie Harriet Bönisch erklärt, hatten Studenten der BTU Cottbus-Senftenberg die Idee zur Rekonstruktion des Landschaftsbildes um den Burgnachbau. Am 12. September, ergänzt Ulrich Lagemann, werde die Slawenburg Raddusch, die im Jahr 2003 eröffnet wurde und heute jährlich von 50 000 Gästen besucht werde, erstmals an der Nacht der offenen Museen teilnehmen.