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| 01:08 Uhr

Erinnerungen an Elisabeth Wolf

Cottbus/Boblitz.. Mit einem Lichtbildervortrag erinnert das örtliche Leichhardt-Team „Event 2013“ am heutigen Montag an den 40. Todestag von Elisabeth Wolf, der Kunstmalerin, Ehrenbürgerin der Stadt Cottbus sowie Großnichte des Australienforschers Ludwig Leichhardt (1813 bis 1848). Reproduktion: B. Marx

Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Vereinszimmer der Jäger- und Fischerstube und ist kostenfrei.
Elisabeth wurde am 15. März 1873 in Sandow bei Cottbus geboren. Ihr Großvater war der bekannte Porträtmaler und erster Fotograf in Cottbus, Friedrich August Schmalfuß (1791 bis 1876). Sicher war ihr damit schon das Talent für die Kunstmalerei in die Wiege gelegt worden, denn bis ins hohe Alter war sie an der Staffelei aktiv und schuf etwa 1200 Werke. Darunter sind auch Gemälde-Kopien von Ludwig Leichhardt und von Mitgliedern der Familie. Alle Originale sind während des Zweiten Weltkrieges zerstört oder gestohlen worden.
Besonders gern malte sie Landschaften, ihre Familie sowie Blumen und Pflanzen. Heute würde sich die zierliche Künstlerin und Heimatforscherin am Ziel ihrer Träume sehen. Ihr Leben lang kämpfte sie um die öffentliche Anerkennung und internationale Würdigung der Verdienste ihres Großonkels.
Während in Australien Distrikte, Städte, Siedlungen, Straßen, Plätze, Hotels, Berge, Flüsse, Creeks, Pflanzen und Tiere nach dem berühmten und erfolgreichen Niederlausitzer benannt und Denkmale errichtet wurden, dauerte es lange, bis Lokalpolitiker in der DDR die ersten öffentlichen Ehrungen vornahmen.
Am 7. Juli 1955 wurde in Trebatsch, Leichhardts Geburtsort Sabrodt war im Dezember 1937 zu Leichhardt (Trebatsch) eingemeindet worden, ein Gedenkstein in ihrem Beisein vor der Dorfschule eingeweiht. Trotz ihres Alters von bereits 82 Jahren hatte sie keine Anstrengungen und Unbequemlichkeiten gescheut, um an dieser längst überfälligen Würdigung in Leichhardts Geburtsort teilnehmen zu können.
Mit etwas List und mit Unterstützung von Freunden gelang es ihr 1963, die ehemalige Cottbuser Kastanienallee am Vorabend des 150. Geburtstages ihres Vorfahren in Ludwig Leichhardt-Allee umbenennen zu lassen. Noch heute erinnern zwei bronzene Gedenktafeln in der Nähe des „Kleinen Spreewehrs“ an diesen Festakt.
Bis ins ferne Australien eilten die Meldungen über diese Würdigung und wurden mit Fotos untermauert. Gut befreundet war sie in dieser Zeit mit den Schriftstellern und Heimatforschern Dr. Herbert Scurla (1905-1980), Dr. Heinz Haufe (1908-1980), Paul Holz (1898-1980), Walter Drangosch (1899-1985), Margot Große-Wolf (1929-2001) sowie mit den vielen Nachfahren der Familie Leichhardt in Deutschland. Verheiratet war sie mit dem Maler George Khoury (1897-1967).
Mehrfach wurden ihre Bilder bei Kunst-Ausstellungen prämiert. Sie wurde mit zahlreichen Medaillen und Auszeichnungen für ihr künstlerisches Schaffen geehrt. Anlässlich ihres 90. Geburtstages wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Cottbus. Heute erinnern die Elisabeth-Wolf-Straße und das Elisabeth-Wolf-Ufer in Cottbus an die couragierte und berühmte Bürgerin der Stadt. Die Lokalpresse stellte die Malerin und ihr Schaffen mehrfach vor.
Am 15. Dezember 1964 verstarb Elisabeth Wolf und wurde auf dem Nordfriedhof beigesetzt. Zu den Geburts- und Todestagen legen Heimatfreunde aus der Region an ihrem Grab Blumengebinde nieder.
1993 präsentierte das Branitzer Museum eine umfangreiche Retrospektive im Cottbuser Stadtmuseum. Anlässlich des 35. Todestages fand 1999 ein viel beachtetes Symposium in der BTU Cottbus statt. (bdm)