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| 18:00 Uhr

Vor 60 Jahren erbaut
Erinnerung an Funkturm-Brand

26. April 2011 – der Calauer Funkturm brennt.
26. April 2011 – der Calauer Funkturm brennt. FOTO: Matthias Nerenz / Heimatverein Calau
Calau. Bauwerk ragt seit 60 Jahren gen Himmel – das ist den Calauern Ausstellung und Vortrag wert.

Am Vormittag des 26. April 2011 klingelte in der Leitstelle Lausitz ununterbrochen das Telefon. Die Anrufe kommen alle aus Calau. Denn dort brennt der Funkturm. In 120 Metern Höhe hängt die Rauchfahne. Um 10.51 Uhr rückt die Feuerwehr aus. Der Funkturm ist schnell erreicht, nicht jedoch der Brandherd. Durch die Hitze sind die Steigleitern verformt. Über die Leiter eines speziellen Einsatzfahrzeugs aus Cottbus kommen die Einsatzkräfte an den Turm heran. Mit Druckluftschaum wird das Feuer bekämpft. Die naheliegende Kita, zwei angrenzende Wohnblocks am Spring und Einfamilienhäuser im Umkreis von 200 Metern werden sicherheitshalber evakuiert. Denn niemand weiß: Hält der Funkturm stand oder stürzt er ein.

Dass er standhält, ist erst am Abend des 27. April klar. Die Sperrung wird aufgehoben, die Menschen können zurück in ihre Wohnungen, berichtete damals die RUNDSCHAU weiter. 60 vorsorglich georderte Liegen und 120 Decken für Übernachtungen in einer Turnhalle müssen nicht genutzt werden.

An diese aufregenden Tage 2011 in Calau wird der damalige Einsatzleiter Fred-Hagen Karzenburg am Montag, 19. März, um 19 Uhr im Hotel zur Post in Calau erinnern. Erwähnung finden wird dabei möglicherweise auch, dass erst fast ein Jahr später wieder vom Turm aus gesendet werden konnte. Neue Sendeantennen für die UKW-Versorgung und das Fernsehen über DVB-T waren zu montieren, im Turm neue Kabel zu ziehen. Wind und Regen hatten die Arbeiten zwischenzeitlich immer wieder erschwert. Mit der Seilwinde wurden am Boden zusammengebaute Segmente in die Höhe befördert. Stahl- und Betonteile mussten neu beschichtet beziehungsweise gestrichen werden. Lieferzeiten von rund einem Vierteljahr waren einzukalkulieren, hieß es seinerzeit von der Media Broadcast GmbH, zuständig für den Sendebetrieb des Calauer Turms.

Der Brand war sicher das aufsehenerregendste Ereignis in der Geschichte des Calauer Funkturms. Wissenswert sind aber noch viele weitere Fakten und Hintergründe, über die in einer Ausstelllung „60 Jahre Calauer Funkturm“ informiert wird und die Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) im August im Haus der Heimatgeschichte eröffnen wird.

So haben beispielsweise auch Stürme dem Turm zu schaffen gemacht. Im Dezember 2011 Tief Ekkehard – mit der Folge, dass der Empfang der rbb.Hörfunkprogramme in der Lausitz eingeschränkt war. Sendepausen verursachten in Calau aber auch die alljährlichen Wartungsarbeiten.