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Ergiebige Ernte bei Luckauer Winzer

Winzer Jürgen Rietze schneidet derzeit die Reben auf seiner 7000 Quadratmeter großen Anbaufläche.
Winzer Jürgen Rietze schneidet derzeit die Reben auf seiner 7000 Quadratmeter großen Anbaufläche. FOTO: Sophie Bartholome
Luckau. Auf ein erfolgreiches Jahr kann der Luckauer Winzer Jürgen Rietze zurückblicken. Fast die doppelte Menge an Weintrauben hat er 2013 geerntet. Daraus können etwa 1600 Liter Wein hergestellt werden, den er auf regionalen Märkten verkaufen will. Sophie Bartholome

Im Frühjahr hat Jürgen Rietze wieder einiges auf seiner 7000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Luckau und Zöllmersdorf zu tun. Die 3400 Rebstöcke werden in Form gebracht, geschnitten und Stahlstützen auf dem Grundstück aufgestellt. Flink schiebt er den Rasenmäher durch die 200 Meter langen Reihen. Meistens arbeitet der 52-Jährige bis spät in die Abendstunden auf der Anbaufläche.

In den kommenden Tagen soll der Jahrgang 2013 in Flaschen in der Kellerei der Granoer Weinscheune abgefüllt werden. Das vergangene Jahr war für den Winzer sehr erfolgreich. "Wir haben fast die doppelte Menge an Trauben ernten können", zieht Jürgen Rietze Resümee. Knapp 1600 Liter Wein können daraus hergestellt werden. Vor allem die weiße Rebsorte Solaris sei sein Steckenpferd. 800 Kilogramm Trauben konnten davon geerntet werden. "Dies ist eine pilzresistente Sorte, die sehr gut wächst", sagt der Winzer.

Das Weinjahr 2013 versprach nicht nur aufgrund der guten Wetterbedingungen hohe Ernteerträge, sondern auch wegen des nachlassenden Vogelfraßes auf der Anbaufläche. "2012 hatte wir dadurch sehr hohe Verluste", fasst Rietze zusammen. Seine Problemkinder seien meist die Rebstöcke der roten Sorte Acolon. Durch den sehr kalten Winter im Jahr 2009 haben sich die empfindlichen Pflanzen nur schwer wieder erholt. Zur Weinlese sind aber auch immerhin 400 Kilogramm zusammengekommen. Im Vergleich: Im Jahr 2012 waren es gerade einmal 54 Kilogramm. "Ich hatte erst überlegt, diese Sorte wieder ganz abzubauen, aber mich doch aufgrund der guten Qualität des Rotweins dagegen entschieden", so Jürgen Rietze. Zudem sei Acolon in den Anbaugebieten in Deutschland nicht sehr verbreitet und damit eine Rarität.

Die Idee in den Weinbau einzusteigen, kam ursprünglich von seinem Cousin aus Stuttgart. Auch er ist Winzer und habe während eines Besuches den Vorschlag gemacht, auf dem Brachland Wein anzupflanzen. Vor etwa sechs Jahren hat Jürgen Rietze mit Solaris, Acolon und Regent die ersten Weine hergestellt. 2009 kam eine vierte Sorte hinzu: Die widerstandsfähige Rebsorte Johanniter. "Diese hat die Eigenschaften des Rieslings", erklärt er. Das zweite Mal konnten bisher Trauben geerntet werden. Auch hier ist ein deutliches Plus zu verzeichnen. "An das Spitzenweinjahr 2008 kommen wir aber nicht ganz heran", so Rietze. Derzeit erledigt der Winzer die Restarbeiten im Rebschnitt. Bisher sei er mit den aktuellen Wetterbedingungen sehr zufrieden. "Den Maifrost muss man aber noch abwarten", sagt er, und ergänzt: "Aber wie das Jahr war, erkennt man sowieso erst, wenn der Wein dann tatsächlich in der Flasche ist." Wer die Qualität des Jahrgangs 2013 schmecken möchte, der hat am Samstag, 26. April, bei der Jungweinprobe in der Granoer Weinscheune dazu die Möglichkeit. Neben den Luckauer Weinen werden auch die Granoer angeboten. Aber auch Winzer aus anderen Anbaugebieten Brandenburgs werden sich beteiligen.