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| 16:35 Uhr

Sozialausschuss im Fokus
Entwicklung des Vetschauer Friedhofs wird konkret

Ein Entwicklungskonzept für den Friedhof der Vetschauer Kernstadt liegt vor, soll nun aber um die Ortsteile erweitert werden.
Ein Entwicklungskonzept für den Friedhof der Vetschauer Kernstadt liegt vor, soll nun aber um die Ortsteile erweitert werden. FOTO: Kuschy / LR
Vetschau. Planung soll neben der Kernstadt auch Ortsteile beinhalten. Sozialausschuss hat dauerhaften Erhalt der Kulturgüter im Blick. Von Rüdiger Hofmann

Die künftige Entwicklung und Bewirtschaftung des Vetschauer Friedhofes ist im jüngsten Sozialausschuss der Stadt diskutiert worden. Zu Gast war Steffen Möbius vom Büro für Freiraumplanung aus Erfurt, der eine Planung vorstellte.

Das bisherige Konzept sieht eine Friedhofsentwicklungsplanung lediglich für die Vetschauer Kernstadt vor. „Die Ortsteile sollten aber mit berücksichtigt werden“, sagt Ina Mütze, sachkundige Einwohnerin von Vetschau. Bauamtsleiter Sven Blümel erklärt: „Wir haben uns bei der Planung und Kostenkalkulation zunächst nur auf die Kernstadt konzentriert, da der Handlungsbedarf dort am größten ist.“

Doch wie sieht er aus, dieser Handlungsbedarf? Generell sei der Friedhof mit rund 36 000 Quadratmetern zu groß, wie aus der Analyse von Möbius hervorgeht. „In den kommenden 30 Jahren werden wohl nur noch etwa zehn Prozent der Fläche zur Absicherung des Bestattungsaufkommens benötigt“, sagt der Landschaftsarchitekt. Bedingt durch den hohen Anteil an Feuerbestattungen (mehr als 80 Prozent) und dem hohen Anteil von Beisetzungen auf der Urnengemeinschaftsanlage (mehr als 33 Prozent aller Bestattungsfälle) ergibt sich ein deutlich geringerer Flächenbedarf. Außerdem werde es langfristig weniger Todesfälle durch den stetigen Bevölkerungsrückgang geben.

Im Konzept wird empfohlen, Grab-
angebote zu schaffen, die zu einer Zunahme individueller Grabstätten mit personenbezogener Grabmalgestaltung führen. Kosten bei der Rasenmahd sollen gesenkt, Zwischenwege aufgegeben, Hauptwege auf die notwendige Breite angepasst und überschüssige Flächen als Park-
anlage, aber nicht mehr als aktive Belegungsfläche gestaltet werden. Wasserstellen und Sitzplätze müssten auf den tatsächlichen Bedarf zurückgebaut und eingegrünt werden. Denkbar sei auch die Errichtung eines offenen Pavillons, so Möbius. Zum Erhalt des historischen Bildes im alten Friedhofsteil wären Zierzaunstellen denkbar.

Für den nächsten Sozialausschuss soll das Konzept nun um die Ortsteile von Vetschau erweitert werden.