Das Hühnergehege ist das neue Zuhause der schnatternden Gesellschaft. Anstelle des ausgiebigen Bades im eigenen Teich gibt es jetzt nur noch „Katzenwäsche“ in einer orange-farbigen Plasteschüssel. Abgedeckt ist das Gehege mit einer großen blauen Plane. In der gleichfalls überdachten Voliere gleich daneben haben die Tierparkmitarbeiter die Perlhühner, Fasane und Hühner zeitweise einquartiert. Mittendrin auch das Pfauen-Pärchen, dem die Umstellung besonders schwer fällt. „Die beiden Freigänger, die zu den Lieblingen der Tierparkbesucher gehören, sind es gewohnt, ihr Futter selbst zu suchen“ , erklärt Jens Beyer.
Wie im Senftenberger Tierpark ist es den rmeisten Züchtern und Kleintierhaltern im Landkreis Oberspreewald-Lausitz seit Inkrafttreten der Schutzverordnung Samstagmittag gelungen, die Maßnahmen gegen die Vogelgrippe einzuhalten. Das bestätigt der stellvertretende Amtstierarzt Herfried Kretzschmar der RUNDSCHAU. Grundsätzlich sind danach Hühner, Truthühner, Perl- und Rebhühner, Fasane, Wachteln, Enten, Gänse und Laufvögel ausschließlich in Ställen zu halten. Die Ställe und Volieren sollten zumindest mit einem Netz oder einer Plane überdacht sein, so Kretzschmar. Erste stichprobenweise Kontrollen des Veterinäramtes habe es bereits im ganzen Kreisgebiet gegeben. Wer sich an die Auflagen nicht hält, muss mit empfindlichen Bußgeld-Strafen rechnen, die bis zu 25 000 Euro hoch sein können. Zunehmend gehen im Amt auch Hinweise von Bürgern ein, die darüber informieren, dass der Nachbar nicht reagiert und sein Federvieh trotz drohender Vogelgrippe friedlich auf dem Hof scharrt. „Solchen Fällen gehen wir natürlich nach“ , kündigt Kretzschmar an.
Drei Tage nach dem Inkrafttreten der Stallpflicht klingeln im Veterinäramt die Telefone heiß. Viele Kleintierhalter sind verunsichert und wollen sich aus erster Hand Informationen holen. Im Kreis gibt es weit mehr als 1000 Geflügelbestände.

Zum Thema Regularien
Alle Ausnahmen von der generellen Stallpflicht müssen durch das Veterinäramt genehmigt werden (Tel. 03573 8704401).
Geflügel-Ausstellungen dürfen derzeit weiterhin stattfinden.
Von der Stallpflicht ausgenommen sind Tauben. Das Ansteckungsrisiko bei diesen Tieren ist sehr gering. Tauben nehmen das Virus nur schwer auf .