(lhn) Die Energie-Spieler José-Junior Matuwila und Fabio

Viteritti saßen am Donnerstag auf der Bank. Allerdings nicht auf der Ersatzbank, sondern auf einer Turnbank in der  Sporthalle des Paul-Fahlisch-Gymnasiums in Lübbenau.

Der Besuch der Spieler ist das „Highlight zum Abschluss der ZiSCH-Projektwoche“, sagt Michael Matschke, Lehrer für Biologie und Politische Bildung am Gymnasium. ZiSCH steht für „Zeitung an der Schule“, ein Kooperationsprojekt der RUNDSCHAU mit dem Energiedienstleister enviaM, bei dem Schüler der Klassenstufen sieben bis zehn mit der Tageszeitung arbeiten. Eine siebente und eine achte Klasse des Paul-Fahlisch-Gymnasiums sowie drei Klassen der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ Lübbenau  probierten sich am Donnerstag als Sportreporter aus und stellten den beiden Energie-Profis Matuwila und Viteritti ihre Fragen.

Adia Tanneberger (13) und Annica Schulz (12) gehören zu den vier Fragestellern, die die Schüler auserkoren haben. „Wir schauen zwar nicht jedes Spiel, wollten aber unbedingt mal die Erfahrung machen, mit den Spielern zu sprechen“, sagt Adia. Ihre Fragen sind nicht nur sportlicher Natur und haben es auch manchmal in sich:

„Würden Sie Werbung für ein Produkt machen, dass Sie nicht mögen, wenn Sie dafür viel Geld bekommen würden?“, wird José-Junior Matuwila gefragt. Die Antwort des Abwehrspielers: „Wenn das Produkt niemandem schadet und es nicht gegen etwas steht, was mir wirklich wichtig ist, dann würde ich es aus wirtschaftlichen Gründen in Erwägung ziehen.“ Auch wie gut die beiden Fußballer eigentlich selbst in der Schule waren, interessiert die jungen Leute. „Ich war schon ganz gut in der Schule und habe auch das Abitur gemacht“, erzählt Matuwila. Dass er am liebsten Mathe mochte, sorgt für Applaus bei den Lehrerinnen – und unter den Schülern für das eine oder andere schockierte Gesicht. Fabio Viteritti hat eine klare Botschaft an die Jugendlichen. Er bedauert, dass er nur einen Realschulabschluss hat: „Ich war als Schüler eher faul, das bereue ich jetzt aber sehr.“ Beide hatten nie einen anderen Berufswunsch, als Profi-Fußballer zu werden. Ihre Zukunft sehen die Energie-Spieler auch nach ihrer Zeit als aktive Fußballer im Sport. „Mein Herz schlägt für den Sport“, so Abwehrspieler Matuwila.

Auch ganz persönliche Dinge kommen ans Licht: Fabio Viteritti hat „eine Schwäche für Süßigkeiten“ und nascht gerne mal abends auf der Couch. José-Junior Matuwila ist gar nicht für Süßes zu haben und – zum großen Erstaunen der Schüler – auch nicht für Döner: „Das ist nichts für mich, ich esse kein Fleisch.“ Richtig Stimmung kommt in der Turnhalle auf, als die zwei Spieler gefragt werden, welchen Fußballverein sie lieber mögen, Bayern München oder Borussia Dortmund. Beide nennen Dortmund und bekommen dafür kräftigen Applaus. Ein Angebot von Bayern München würden aber beide nicht ablehnen.

Zwei Wünsche werden den Schülern aber nicht erfüllt: Wegen der „Verletzungsgefahr“, so Pressesprecher Stefan Scharfenberg-Hecht, dürfen die Kicker keine Tricks mit dem Ball vorführen. Und auch Autogrammkarten gibt es vorerst keine, denn die hat Scharfenberg-Hecht auf seinem Schreibtisch vergessen. Sie würden aber an die Schulen geschickt, versicherte er.