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| 01:44 Uhr

Einwohner aus Säritz und Kemmen kämpfen gegen Erweiterung des Windparks

Schadewitz. Einwohner aus Säritz, Kemmen und Schadewitz können es nicht glauben: Nachdem sie vor einem Jahr dem Bau von vier Windkraftanlagen (WKA) in unmittelbarer Nachbarschaft zusehen mussten, steht ihnen mittelfristig die Errichtung weiterer 12 bis 16 Windräder bevor. Und das, obwohl die Narben der ersten WKA-Aktion bis heute nicht verheilt sind. Von Uwe Hegewald

Das werden sie nach Meinung von Eberhard Roblick auch nicht. In der Ortsbeiratssitzung am Montagabend in Kemmen klagte er über Gebäudeschäden, die seiner Meinung nach erst durch den Transport der tonnenschweren Anlagenteile sowie das Ziehen erforderlicher Gräben für Zuleitungen entstanden sind. Mit der Tatsache müsse er jetzt ebenso leben wie mit permanenter Geräuschbelästigung und Schlagschattenwirkung.

Bürgermeister Norwin Märkisch (CDU) empfahl, die Beeinträchtigungen dem Amt für Emissionsschutz mitzuteilen. Das Stadtoberhaupt und Bauamtsleiterin Margitta Görs folgten einer Einladung zur Ortsbeiratssitzung, die aus aktuellem Anlass noch vor der Sitzung der Stadtverordneten am heutigen Mittwoch stattfinden sollte. „Bis zum 30. Oktober haben die Kommunen Gelegenheit, eine Stellungnahme zu den Teilregionalplänen Windkraftnutzung abzugeben. „Die Landesbehörden haben Flächen ausgewiesen, die auch uns berühren“, informierte Peter Schollbach (LW). „Und die Investoren lauern schon“, so das Mitglied des Ortsbeirates und der Stadtverordnetenversammlung.

Der Regionalplan sieht unter anderem vor, das Eignungsgebiet Schadewitz um das Fünffache auf über 316 Hektar zu vergrößern. Auch wenn die beabsichtigten WKA in entsprechender Entfernung zu bewohntem Gebiet errichtet würden, lehnt ein Großteil der Einwohner aus Säritz, Kemmen und Schadewitz diese ab. Sie befürchten eine zunehmende „Verspargelung der Landschaft“ sowie Einschnitte in die Natur. „Ich war erschrocken, als ich von den Vorhaben gehört habe, dass für die Errichtung von Anlagen sogar die Rodung von Wald legitimiert wird“, beklagte Norbert Abt. Ferner sorgen sich Betroffene über wiederkehrende massive Beeinträchtigungen, die durch die Anlieferung der Bauteile durch ihre Orte verursacht würden. „Die durch den Transport der ersten vier Anlagen verursachten Straßenschäden sind bis heute noch nicht in vollem Umfang beseitigt“, klagte Jürgen Völpel. Margitta Görs bestätigte, dass Radwege stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, sich jedoch die Schäden im Ort selbst in Grenzen hielten. Nach einträglicher Beratung habe man festgestellt, „dass eine einfache Risssanierung der Ortsverbindung Säritz – Calau wenig Sinn macht“. „Wir haben uns für eine Vorbehandlung der Risse ausgesprochen und eine darauffolgende Oberflächenbehandlung“, so die Bauamtsleiterin. Im vierten Quartal dieses Jahres sollten die Arbeiten ausgeführt werden, was die Verwaltung aufgrund witterungsbedingter Unwägbarkeiten ablehnte. „Die Firma hatte fünf Monate Zeit, die Straße in Ordnung zu bringen“, erklärte Norwin Märkisch und nannte den 31. Mai 2010 als neue Frist. „Bis dahin muss die Straßensanierung abgeschlossen sein. Die in die Pflicht genommene Firma hat dann die komplette finanzielle Last zu tragen“, betonte er.