Cornelia Roßmanith aus Alt Schadow war die Igelfrau an ihrer Seite. "Ich war noch nie aktiv beim Maskenball dabei", erzählte sie, "und jetzt gleich der Sieg. Das ist ein Ding." Die beiden Frauen arbeiten im Blumenladen in Halbe und hatten sich perfekt maskiert: Sofakissen in die Hose gesteckt, schwarze Stoppeln ins Gesicht gemalt. Dazu den Stachelkopf aufgesetzt und beim Auftritt hin und wieder einen Schluck Igelmilch aus der Pulle getrunken.
"Ich habe gar nicht gewusst, dass meine Schwester hier dabei ist", staunte die Schönwalderin Ramona Marschlich nach der Demaskierung. Sie selbst war als Schneemann verkleidet. "Wenn schon kein Schnee, dann wenigstens so", begründete sie ihre Idee schmunzelnd. Für einen der drei ersten Plätze hat es aber nicht gereicht.
Rang zwei ging an den Sumoringer. Der war so dick, dass er kaum durch die Tür passte. Ein bisschen ruckeln, ein bisschen schieben und dann war er drin im Saal. Dort geizten die Sängerinnen von „Bony M“ nicht mit Reizen. Mädchen des Schönwalder Jugendklubs hatten die Idee. "Prima, dass sich die jungen Leute aktiv beteiligt haben", sagte Ramona Marschlich vom Dorfklub, der den Maskenball veranstaltet. Noch im Vorjahr hatten die Jugendlichen des Ortes nur zugeschaut.
Aus Dürrenhofe waren russische Gäste nach Schönwalde gekommen und hatten reichlich Wodka dabei, den sie augenzwinkernd und großzügig mit den Gästen teilten. Doch alle Bestechungsversuche nutzen nichts: Rang drei ging an das Team des Schönwalder Sportlerheims, die mitten im Saal einen zweiten Tresen bewirtschafteten und Moderatorin Vroni Noack prompt ihre Schankgenehmigung präsentierten.
Mit dieser Idee hatten die jungen Leute auch die echten Wirtsleute Angela und Jan Dominik überrascht: "Wir haben nichts davon gewusst", versicherten sie. Bürgermeister Roland Gefreiter hätte sich sicher darüber gefreut, welchen Aufwand die jungen Männer für ihre Maske betrieben.
Doch der Gemeindechef war "auf Dienstreise", wie seine Frau Anke erklärte.
So verpasste er den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die war mit Deutschlandfahne die Erste im Saal und brachte die 19 Prozent Mehrwertsteuer gleich mit. Der Schönwalder Dirk Becker wagte sogar ein Tänzchen mit der Regierungschefin. Merkel musste sich während der einstündigen Präsentation allerdings die Aufmerksamkeit der Gäste teilen. Etwa mit Pittiplatsch dem Lieben, hinter dem die Schönwalderin Reni Haman steckte, mit Aschenputtel, der lebenden Zigarettenschachtel und den beiden Scheichs.
Elf Masken präsentierten sich insgesamt und damit deutlich mehr als im Vorjahr, als es nur vier Masken waren. "Wir haben Leute ganz konkret angesprochen, die hatten Lust und gute Ideen und wir so insgesamt viel Spaß", sagt Roland Gefreiter. Er war nämlich doch beim Maskenball in seinem Heimatort und steckte hinter der Merkel-Maske.
Bei der Demaskierung lief ihm der Schweiß nur so über das Gesicht, wie allen anderen Masken auch. "Ich habe sooooo einen Durst", Igelfrau Sabrina Zahl bettelte noch während der Demaskierung regelrecht um eine kühle Erfrischung. Lukrative Geldpreise waren der Lohn für die einstündige Schwitzkur beim Maskenball in Schönwalde.