| 02:43 Uhr

Einmalige Parkanlage mit spannender Geschichte

Junge Leute halten den Schlosspark Altdöbern unter dem Dach der Stiftung Denkmalpflege in der Jugendbauhütte auf Vordermann.
Junge Leute halten den Schlosspark Altdöbern unter dem Dach der Stiftung Denkmalpflege in der Jugendbauhütte auf Vordermann. FOTO: Hegewald/uhd1
Altdöbern. Zu den ParkSommerTräumen auf Schloss Altdöbern am Wochenende ist die Internationale Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit einer Ausstellung im Lichthof präsent. Das große Freiwilligenprojekt hat inzwischen 14 Standorte bundesweit – einen davon in Altdöbern. Kathleen Weser

Ein Nebengelass vor dem Prunkschloss, das ersten Plänen zufolge künftig vom städtischen Bauhof genutzt werden sollte, wird ausgebaut. Etwa zwölf junge Leute halten, unterstützt von Partnern aus der Gartenpflege, den Park in Schuss. Im Haus des Vaters, der früher auf dem Gut eben hier natürlich ein Wohnrecht auf Lebenszeit genoss, sollen Büroräume, Umkleiden und ein Sanitärbereich geschaffen werden. 2,9 Millionen Euro sollen investiert werden.

Seit dem Jahr 1999 können Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren ein ganzes Jahr in den Einsatzstellen der Jugendbauhütten traditionelle Handwerkstechniken erlernen, sie am Original anwenden und das Besondere des Echten und Authentischen mit eigenen Händen spüren und erfahren. Verschiedene Seminare zu Stil- und Materialkunde, Forschungs- und Arbeitsmethoden, Grundlagen der Denkmalpflege sowie der Bedeutung des europäischen Kulturerbes ergänzen die praktische Arbeit am Denkmal, teilt Stiftung-Sprecher Thomas Mertz mit.

Park und Schloss Altdöbern haben eine spannende Historie.

Eduard Petzold (1815 bis 1891), ein Meisterschüler des berühmten Parkschöpfers Fürst Herrmann Pückler-Muskau, hat das Umfeld des Herrensitzes geplant. Graf Heinrich von Witzleben (1854 bis 1933) war von 1880 bis 1914 Eigentümer der 5420 Hektar großen Herrschaft Altdöbern. In den stattlichen 3410 Hektar Wald hatte er 1889 auch mehrere Bennetkängurus auswildern lassen. Die Population vergrößerte sich rasch. Einige der Tiere wanderten ab und wurden im Elstergebiet zwischen Mückenberg und Ruhland heimisch. Überliefert ist: Hier beunruhigten sie mehr als die Wildbestände. Die Bauern von Frauendorf erschreckten die seltsamen Tiere. Mit ihren kurzen Vorderläufen wurden sie für eine unverständliche Kreuzung zwischen Reh und Hase gehalten. Besonders aufgefallen waren die Tiere ihnen wegen der typischen Boxstellung untereinander und einer ungewöhnlichen Zutraulichkeit. Bis in die jüngste Zeit hinein ist hier an gewissen Tagen noch von den unheimlichen Begegnungen mit den Reh-Hasen zu hören.

Der Schlosspark Altdöbern ist das Herzstück der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege. Die Ausstellung ist Sonnabend von 14 bis 19 und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.