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| 18:01 Uhr

Staffelstabübergabe
Eingespieltes Calauer Lehrer-Duo

Neue Calauer Schulleiterin Christiane Zeiger mit ihrem Vorgänger und nunmehrigen Stellvertreter Hans-Günter Schubert.
Neue Calauer Schulleiterin Christiane Zeiger mit ihrem Vorgänger und nunmehrigen Stellvertreter Hans-Günter Schubert. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Calau. In der Grund- und Oberschule wird Christiane Zeiger Nachfolgerin von Hans-Günter Schubert. Von Daniel Preikschat

Lange hing der große Schlüssel unberührt an der Wand im Calauer Schulleiterbüro. Am Montag vergangener Woche, am 20. August, jedoch war endlich mal wieder Gelegenheit, den symbolträchtigen Gegenstand in die Hand zu nehmen. Hans-Günter Schubert überreichte ihn in der Calauer Stadthalle vor Kollegen, Schülern und Eltern seiner geschätzten Kollegin Christiane Zeiger. Und das durchaus gut gelaunt, wie ein Foto von Rathaus-Sprecher Uwe Hornhauer beweist.

Schuberts Freude kann mehrere Gründe haben. Zum einen ist er mit der Schlüsselübergabe viel Verantwortung los. Zwei Jahre lang war er amtierender Leiter einer Grund- und Oberschule mit aktuell immerhin 536 Schülern sowie 44 Lehrern und pädagogischen Mitarbeitern. Zum anderen weiß der erfahrene Pädagoge, der Anfang Februar nächsten Jahres in den Ruhestand geht, die Leitung der Bildungseinrichtung in guten Händen.

Er und Christiane Zeiger kennen sich seit 1991. Damals wechselte die Lehrerin für Mathematik, Geografie und Politische Bildung  vom Gymnasium in Calau, das schließen musste, zur Oberschule. Wo Hans-Günter Schubert schon seit 1978 Mathematik und Physik unterrichtete und seit 1983 stellvertretender Schulleiter war.

Christiane Zeiger indes hat erstmals 2014 von sich reden gemacht. Den Lehrerpreis für besonderes Engagement des Landes Brandenburg überreichte ihr damals Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), lobte dabei allgemein Mut und Einsatzbereitschaft der Ausgezeichneten aus den Landkreisen und Städten. Während der damalige Calauer Schulleiter Fred Graichen konkreter wurde: Christiane Zeiger leiste unermüdlich Beiträge, die Klassen zu entwickeln und den einzelnen Schüler nach bestem Gewissen zu fördern und zu beraten. „Überdurchschnittlich“ sei ihre Arbeit.

Das lässt sich wohl sagen über eine Pädagogin, die schon immer nicht nur unterrichtet hat. Sondern, die auch aktiv ist in Arbeitsgemeinschaften, im Lehrerrat, im Schulförderverein, im Projekt „Fit für die Ausbildung“ und in der Steuergruppe der Schule. Stellvertreterin Hans-Günter Schuberts war sie zuletzt auch noch. Vor ihrer Ernennung musste sie ihre Qualitäten dennoch erneut beweisen, unter anderem eine Lehrerkonferenz leiten. Eine Schulleiterin, sagt sie selbst, müsse planen und Konzepte entwickeln können, zugleich Ideen haben, motivieren und das Verwaltungshandeln beherrschen. Im Staatlichen Schulamt in Cottbus, wo sie berufen wurde, wusste Christiane Zeiger zu überzeugen. Bei Kollegen und Schülern, Eltern und Schulträger war sie längst anerkannt.

Schulleiterin zu sein, fühle sich noch mal anders an, sagt Christiane Zeiger. Aufgeregt sei sie gewesen bei ihrer ersten Rede in neuer Funktion. Die Leute sprachen sie häufiger an außerhalb der Schule, gratulierten, fragten nach. „Stadtgespräch“ wurde sie. Auch wenn die Schulleiterin nicht in Calau selbst wohnt, sondern in Schlabendorf bei Luckau. Ein wenig räumliche Distanz zum Arbeitsplatz, finde sie ganz gut.

Mit Hans-Günter Schubert ist sich Christiane Zeiger einig: Das pädagogische Konzept ändert sich auch mit neuer Schulleiterin nicht. Weiterhin sollen Schüler in Calau eine „Schule für gemeinsames Lernen“ vorfinden,  eine Schule mit guter Berufsorientierung und eine „Schule ohne Rassismus und mit Courage“. Wobei beide Pädagogen weniger Wert auf Titel legen, die sich eine Schule mal erworben hat, als vielmehr auf Inhalte und Qualität.

Daran will Christiane Zeiger mit ihrem Kollegium weiter arbeiten. Bisher gab der Erfolg ihnen recht. Wer in Calau abschließt, hat gute Ausbildungs- und Berufsperspektiven. Zudem konnte in der Grundschule in den vergangenen drei Jahren in den Jahrgangsstufen eins bis drei jeweils dreizügig unterrichtet werden. Hier fruchten aus Sicht der neuen Schulleiterin auch die Bemühungen vieler Akteure in der Stadt, Rückkehrer anzusprechen.

Dran bleiben müsse man freilich auch an der Sanierung der beiden Häuser für Grund- und Oberschule „Carl Anwandter“ und „Robert Schlesier“. Langfristig sei in der Oberschule Barrierefreiheit das Ziel, passend zum Anspruch, gemeinsames Lernen anzubieten – auch für Schüler mit Handicap. Außenaufzug, Treppenlift und schwellenlose Eingänge kosten zweifellos viel Geld, sagt Hans-Günter Schubert. Jedoch habe man mit der Stadt einen guten Partner, der weiß, was er an der Schule hat.