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| 01:04 Uhr

Einen Vormittag lang als Afrikaner gefühlt

Lübbenau.. Der Kulturhof in der Güterbahnhofstraße ist nicht nur eine Adresse für Konzerte und Veranstaltungen am Abend. Auch für Projekte mit Schulklassen ist das Haus geöffnet. Zu einem Afrika-Tag sind in diesen Tagen drei Klassen der Lübbenauer Oberschule im Kulturhof zu Gast. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit der Regionalen Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule (RAA) organisiert worden. Von Ingrid Hoberg

Gelbe Schilder mit fremd klingenden Namen haben die Mädchen und Jungen der Klasse 9 c an ihre T-Shirts und Pullover geheftet. Obwohl sie sich alle bestens kennen und beim Namen nennen können, ist es diesmal anders. Die 27 Schüler haben sich am Dienstag für einen Vormittag in Afrikaner verwandelt und wollen so dem fernen Kontinent näher kommen.
Das Vergeben von neuen Namen und die Erklärung, was ihr Nachbar in einem afrikanischen Land für ein Leben führen könnte, war der Einstieg in das Projekt, das Christine Reichart-Burikukiyé als Referentin der RAA mit den Oberschülern gestaltete. „Ich will einen Anstoß geben, dass die Schüler kritisch hinterfragen, was sie zu Afrika wissen und was die Medien vermitteln“ , erklärte sie. In einem kurzen Vortrag und einem Video stellte sie den Kontinent aus einem anderen Blickwinkel vor. „Wir haben gelernt, dass nicht alle Menschen in Afrika verarmt sind“ , sagten die Schüler in der Abschlussrunde.
Zuvor zeigten sie in einem Rollenspiel in drei Gruppen, was sie Neues gelernt hatten. Eine Gruppe listete auf, was sie an Afrika positiv und negativ findet. Mit leiser Trommelmusik wurde der Vortrag begleitet. Die zweite Gruppe demonstrierte, wie zwei Afrikaner in einer Schulklasse über ihre Heimatländer berichteten. „Sadam“ aus Niger und „Zuma“ von der Elfenbeinküste antworteten auf die Fragen, die ihnen ihre Mitschüler zum Leben in afrikanischen Familien stellten. Die dritte Gruppe gestaltete eine Szene auf der Straße, in der ein dunkelhäutiger Mann von einem Jugendlichen angepöbelt wird. Als sich herausstellte, dass es sich im einen bekannten Profifußballer handelte, wurde aus dem Ausländer schnell der Star, von dem die Jungs gern ein Autogramm nahmen.
Deutschlehrerin Ramona Haß und Martina Klimpel vom Kulturhof unterstützten die RAA-Referentin beim Projekttag. Heute Vormittag ist noch einmal eine neunte Klasse der Lübbenauer Oberschule im Kulturhof zu Gast, um mehr über Afrika und seine Menschen zu erfahren.

Hintergrund Der Kulturhof
  Der Kulturhof Lübbenau, das multikulturelle Zentrum in der Güterbahnhofstraße 60, steht für verschiedene Projekte offen. Am 8. November treffen sich beispielsweise die ehemaligen Eisenbahner, die gemeinsam an einer Chronik arbeiten. Am 23. November wird Gewalt gegen Frauen thematisiert.
Weitere Informationen im Internet unter www.kulturhof-luebbenau.de und unter Telefon 03542/4 34 41.