Kunst ist in Calau willkommen. Nachdem der Ogrosener Henry Krzysch bereits zwei Gästewohnungen der Wohn- und Baugesellschaft Calau (WBC) gemeinsam mit Kindern gestaltet hat, soll in diesem Jahr die Fassade eines ganzen Wohnblocks an der Karl-Marx-Straße mit seiner und der Handschrift wieder vieler Kinder ein neues Gesicht bekommen. "Den Platz für die Vorbereitung habe ich dann in meiner Werkstatt", sagt der Künstler und freut sich auf die Eröffnung am 20. März.

Die Kunstwerkstatt mit Atelier soll zu einer wahren Talenteschmiede werden. Kinder, die den 46-Jährigen bereits aus der Arbeitsgemeinschaft an der Grundschule kennen, werden sich freuen, auch außerhalb der Schule dort ihr Hobby unter fachkundiger Betreuung ausleben zu können. Henry Krzysch hat auch schon ganz konkrete Vorstellungen, was er in diesem Jahr in der Werkstatt mit dem Verein Land Kultur Gut Ogrosen als Träger anbieten möchte.

Auch Ferienprogramme

Im Rahmen der Jugendkunstgalerie des Oberspreewald-Lausitz-Kreises seien 200 Stunden für die Talenteförderung vorgemerkt. Als außerschulische Angebote gelten auch die schon in Ogrosen beliebten Ferienprogramme. In Calau rechnet der Künstler schon zu Ostern mit den ersten Feriengästen. Fünf Wochen in den Sommer- und zwei Wochen in den Herbstferien seien ambitionierte Kinder willkommen. "Parallel dazu wird auch auf dem Ogrosener Gut weiter mit Kindern und Jugendlichen künstlerisch gearbeitet", versichert Henry Krzysch. Immer samstags sollen in Calau Themen- und Projekttage stattfinden. Zusätzliche Öffnungszeiten seien möglich, wenn auch andere Träger die Kunstwerkstatt nutzen wollen, beispielsweise die Volkshochschule für Kunstkurse, die Arbeiterwohlfahrt oder die WBC selbst für Kinderkunstprojekte.

Der Standort Cottbuser Straße eigne sich nach Ansicht des Künstlers ausgezeichnet für eine solche Werkstatt. Sie liege zentral und sei für alle Interessierten gut zu erreichen. Kinder, die mit dem Bus nach Hause fahren müssen, hätten nur einen kurzen Weg zum nahen Busbahnhof.

Als eine Bereicherung des kulturellen Lebens der Stadt sehen auch Calauer Abgeordnete wie Gerd Kasprick (SPD) und Mario Dannenberg (Die Linke) das Vorhaben des Ogroseners, der seit Jahren offene Türen in Calau vorfände, wie er selbst sagt. So arbeite er eng auch mit der Freien Jugendhilfe Niederlausitz zusammen.

Eigeninitiative gelobt

Nach Ansicht Kathrin Dannenbergs (Die Linke) sei es vorteilhaft, "wenn Schüler auch mal rauskommen, um sich in ihrer Freizeit sinnvoll zu beschäftigen". Peter Schollbach (LW), der selbst eine Arbeitsgemeinschaft Bauernhof geleitet hatte, lobt die Eigeninitiative des Künstlers und regt an, auch Ruheständlern künstlerische Betätigungsmöglichkeiten "als zweites Standbein" zu bieten.

Wohlwollende Prüfung

"Sehr wohlwollend" werde der Antrag auf einen Zuschuss geprüft, versichert André Bareinz (SPD). Er sehe das Geld in die Kunstwerkstatt gut investiert, zumal dadurch wieder ein leeres Ladengeschäft aus dem Bild in der Cottbuser Straße verschwinde. Die Wohn- und Baugesellschaft unterstützt Henry Krzysch wie alle anderen Gewerbetreibenden, die Räume mieten wollen, mit einem sogenannten Starterpaket.

1500 Euro, so bestätigt Bürgermeister Werner Suchner (parteilos), seien als Zuschuss der Stadt für das Vorhaben in den Haushalt 2015 eingestellt. Der Kultur- und Bildungsausschuss empfiehlt den Stadtverordneten, dieser Ausgabe ihre Zustimmung zu geben.