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| 14:05 Uhr

Feuerwehr Altdöbern zieht Bilanz
Eine auffällige Person auf den Gleisen

 Lars Vergin (l.) zählt zu den Aktivposten. Ortswehrführer Robert Abt (M.) und Amtsdirektor Frank Neubert (r.) dankten für 30 Jahre Mitgliedschaft.
Lars Vergin (l.) zählt zu den Aktivposten. Ortswehrführer Robert Abt (M.) und Amtsdirektor Frank Neubert (r.) dankten für 30 Jahre Mitgliedschaft. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Freiwillige Feuerwehr Altdöbern verzeichnet intensivstes Einsatz- und damit ein Rekordjahr seit 2000. Von Uwe Hegewald

Es ist äußerst selten, dass Feuerwehrleute zu einem Einsatz gerufen werden und diesen mit einem Lächeln im Gesicht verlassen. Zugetragen hatte sich der kuriose Fall am 21. Mai 2018, der bei der Jahreshauptversammlung der FF Altdöbern noch einmal für Schmunzeln sorgte. „Nach einer Info aus der Leitstelle sollte sich auf einem Gleisabschnitt in der Gemeinde Luckaitztal eine Person auf den Schienen befinden. Wir befürchteten das Schlimmste und richteten uns innerlich schon auf das Zusammenkratzen von Körperteilen ein“, berichtete Ortswehrführer Robert Abt. Doch der desorientierte Mann begrüßte die Einsatzkräfte mit den Worten: „Bin ich jetzt schon tot?“ Was der Unzurechnungsfähige nicht, jedoch die Feuerwehr wusste: Die Bahnstrecke war seit Stunden gesperrt. „Der Kerl wäre eher verhungert“, so Abt.

91 Mal sind die Feuerwehrleute 2018 zu Einsätzen gerufen worden. „31 mehr als 2017“, so Abt. Zu den „sehr speziellen Einsätzen“ zählte er die Alarmierungen beim Orkantief Friederike, den Einsatz „Gefahrgut Kesselwagen Senftenberg“, den Verkehrsunfall mit Lkw und Bus in Großräschen oder die Reifenlagerbrände in Senftenberg, zu denen sie zweimal ausrücken mussten. Die helfenden Löscheinsätze in Treuenbrietzen und in der Lieberoser Heide trugen mit dazu bei, dass sich die Einsatzstundenzahl auf 1420 summierte. „Das sind durchschnittlich 50 Stunden pro Einsatzkraft“, so der Ortswehrführer.

30 Männer und sechs Frauen bilden derzeit die Einsatzabteilung. Robert Abt prophezeit „eine spürbare Schwächung des Einsatzdienstes, wenn die geburtenstarken Jahrgänge das 60. Lebensjahr überschreiten“. Und auch die Fahrzeugflotte käme in die Jahre. „Unser Tanklöschfahrzeug wird 25, das Löschfahrzeug 20, Kommandowagen und Mannschaftstransportwagen jeweils 15 Jahre. „Das Durchschnittsalter unserer Fahrzeuge beträgt 18,75 Jahre, es besteht also Handlungsbedarf.“

Mit einer finanziellen Zuwendung für den Altdöberner Feuerwehrverein bedankte sich Bürgermeister Peter Winzer für die Einsatzbereitschaft bei 52 Brandeinsätzen, 39 Hilfeleistungen und 14 Verkehrsunfällen. Amtsdirektor Frank Neubert stößt die Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes, die Feuerwehrleute im Land mit neuen Dienstuniformen auszustatten, bitter auf. Er erinnerte an die unausgeglichenen Haushalte aller fünf amtsangehörigen Gemeinden.