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Einblicke in Vetschaus Schlossgeschichte

Susanne Felber (von hinten) von der Vetschauer Tourist-Info hat die Gäste der LR-Sommertour durch das Vetschauer Schloss geführt.
Susanne Felber (von hinten) von der Vetschauer Tourist-Info hat die Gäste der LR-Sommertour durch das Vetschauer Schloss geführt. FOTO: Friedrich
Vetschau. Gut 40 RUNDSCHAU-Leser sind am Donnerstag der Einladung zur LR-Sommertour ins Vetschauer Schloss gefolgt. Dort erwartete sie eine kurzweilige Führung rund um das Thema "Heiraten im Vetschauer Schloss". Daniel Friedrich

In der Remise, in der seit 2015 die Tourist-Information beherbergt ist, öffnet sich für die Gäste zunächst die Ausstellung "Geschichten vom Heiraten". Zahlreiche historische und zeitgenössische Fotos erzählen dort, wie sich das Heiraten in Vetschau im Laufe der Zeit veränderte. Gespickt ist die Ausstellung mit Hörspielen und Tonaufnahmen, die sich Besucher über eine sprechende Tasse anhören können. "Früher dienten diese Räume als Stall- und Wirtschaftsgebäude. Hier waren unter anderem die Garagen der Kutschen untergebracht", erklärt Franziska Riemann, die Leiterin der Tourist-Info. Das heute offene Gebälk der Remise lässt sogar ein paar Sonnenstrahlen vom Dach in den hellen Raum durchscheinen - ein Blick, der früher durch den Heuboden verwehrt wurde. Bis heute haben sich in den dicken Balken ein paar Holzwürmer versteckt: "Die hinterlassen dann nach dem Wochenende immer ihre Sägemehlspuren bei uns auf dem Tresen", erzählt Franziska Riemann lachend.

Danach geht es für die Sommertour-Besucher rüber ins Schloss. Ein Großteil der Stadtverwaltung hat heute in dem 1540 auf einem Schuttberg errichteten Gebäude seinen Sitz. Umgeben von einem Park im englischen Stil zieht das Schloss gerade in den Sommermonaten zahlreiche Hochzeitspärchen nach Vetschau. "An manchen Wochenenden ist der Park voll mit Hochzeitsgesellschaften, viele nehmen einen weiten Weg auf sich", berichtet Susanne Felber, die die Leser-Gruppe durch das Gebäude führt.

Die auswärtigen Gäste schätzen die reizvolle Kulisse des früheren Herrschaftssitzes, der einst nur über eine Zugbrücke betreten werden konnte. Vierspänner fuhren damals Bewohner und hohe Gäste bis in den Innenhof. Anfang der 2000er-Jahre wurde er komplett saniert, und es entstand eine lichtdurchflutete Glasgalerie. Das komplette Schloss ist untertunnelt und bis auf den baufälligen Turm sind alle Räume begehbar. Der wohl beliebteste Raum ist der 1931 hergerichtete, prachtvolle Rittersaal: Hier finden die Trauungen statt. "Vetschaus Ehrenbürger Richard Hellmann investierte viel Zeit und Geld, um den Rittersaal zu dem Schmuckstück zu machen, der er heute ist", erklärt Susanne Felber. Dabei stand es lange Zeit gar nicht so gut um den Saal: In den 1960er-Jahren entschied man sich, die kunstvollen Wandmalereien mit Latexfarbe zu überstreichen. Auch der Stuck an der Decke litt zusehends. Erst 2015 wurden die Schmuckelemente erneuert.

"Ich finde es schön, was aus dem Schloss geworden ist. Man kann nur jedem empfehlen, hier mal vorbeizuschauen und auch die Tourist-Info in der Remise zu nutzen", sagt die Lübbenauerin Johanna Harth nach der LR-Sommertour. Als frühere Geschichtslehrerin hat sie besonders die Regionalgeschichte interessiert, über die während der Führung viel zu erfahren war. Die Briesenerin Rosemarie Schmidt stimmt ihr zu: "Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich konnte heute mein Wissen über Vetschau auffrischen. Auch wenn ich selbst viele Geschichten zu der Stadt kenne, ist es doch interessant, bei solchen Gelegenheiten immer wieder etwas Neues zu erfahren", so die Rentnerin.

Eine Bildergalerie zur der Vetschauer LR-Sommertour finden Sie auf unseren Internetseiten unter:

www.lr-online.de/bilder