ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:32 Uhr

Ein Wolf hat sich in die Calauer Kita "Kunterbunt" geschlichen

Dicht umringt war Stephan Kaasche, als er den Kindern einen Schädel und das Beißverhalten eines Wolfs erklärte.
Dicht umringt war Stephan Kaasche, als er den Kindern einen Schädel und das Beißverhalten eines Wolfs erklärte. FOTO: M. Zeschnick
Calau. Ein Wolf in einer Kindertagesstätte ist eigentlich selbstverständlich, denn das Märchen der Gebrüder Grimm "Der Wolf und die sieben Geißlein" oder vom "Rotkäppchen" kennt wohl jedes Kind. In der Calauer Kita "Kunterbunt" war jetzt Wolfsexperte Stephan Kaasche aus Hoyerswerda zu Gast und zeigte den Kindern, dass der Wolf gar nicht so böse ist, wie er im Märchen dargestellt wird. Stephan Uhlig/stu1

Aufgeweckt und neugierig verfolgten die fünf- und sechsjährigen Kinder der "Strolche" und der "Rasselbande", was ihnen ihr Gast zu berichten und zu zeigen hatte. "Ich habe keine Angst vor dem Wolf. Wenn der mich sieht, rennt er weg", war sich der kesse Lucas sicher. Dennoch staunten die Kinder, denn so viel hatten sie bislang über den Wolf noch nicht erfahren. Neben vielen Fotos zum Familienleben und der Kinderstube der Wölfe hat Stephan Kaasche, der ausgebildeter Natur- und Landschaftsführer ist, auch einige Videos mitgebracht mit Aufnahmen aus Fotofallen, die auch viele andere Waldtiere filmten.

Aus den Märchen wussten die Kinder genau, was der Wolf alles so gefressen hat, von den sieben Geißlein bis zur Großmutter. Allerdings hatten sie schon gelernt, dass es in der Natur ganz anders zugeht. Und als Stephan Kaasche auch noch Präparate von Forschern zeigte, was die Aufregung groß.

"Wir freuen uns sehr, dass wir das Wolfsprojekt für unsere Kita gewinnen konnten. Mit den Kindern, die ja bald in die Schule kommen, fahren wir zum Abschluss in die Waldschule nach Börnichen bei Lübben", erklärte Kita-Leiterin Ines Kubis.

Unterstützt wird dieses Kinderprojekt vom Freundeskreis frei lebender Wölfe, der in Sachsen jährlich mehr als 100 Veranstaltungen organisiert. In Brandenburg besteht das Interesse nach Aufklärung ebenso. Durch engagierte Eltern wurde es nun auch in der Calauer Kita möglich. "Ich finde es wichtig, dass unsere Kinder den Wolf als ganz normales Wildtier anerkennen, wie einen Hirsch oder das Wildschwein. Hinzu kommt, dass auch rund um Calau schon hier und da ein Wolf und seine Spuren gesichtet wurden", sagte Mandy Zeschnick, die sich für dieses Projekt starkgemacht hat.

Großen Spaß hatten die Kids, als Hund "Bobby", ein abgerichteter Artverwandter, den Kindern Kunststücke und ganz natürliche Instinkte zeigte. "Der Hund ist ganz schön schlau - und der Wolf auch", stellte die kleine Marlene nach den Vorführungen fest. Zum Abschluss schenkten die Kinder dem Wolfsexperten selbst gezeichnete Bilder über den Wolf.