ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:43 Uhr

Ein Traum: Aufstieg bis zur Uhrenstube

Die Tür zum Turm der Wendischen Kirche steht offen. Fotos: H. Kuschy
Die Tür zum Turm der Wendischen Kirche steht offen. Fotos: H. Kuschy
Vetschau. Tausende Gäste im Jahr würden gern den Turm der Wendischen Kirche von Vetschau besteigen. Weil er nicht ausgebaut ist, bleibt das für sie alle nur ein Wunsch. Der Förderverein Wendische Kirche aber ist an dem Thema dran und prüft, wie es nach der aufwendigen Orgelsanierung auch damit weitergehen kann. Von Hannelore Kuschy

Jedes Jahr besuchen im Durchschnitt 7000 Gäste die Wendisch-Deutsche Doppelkirche in Vetschau. Wenn Gästebetreuerin Veronika Böttcher das dicke Buch aufschlägt, entdeckt sie Eintragungen von Besuchern beispielsweise aus Holland, der Schweiz, aus Österreich, Schweden und aus der ganzen Bundesrepublik. Niemand von ihnen hat Vetschau von oben gesehen - vom Kirchturm aus. Das ist wie etwa in Calau in Vetschau noch nicht möglich. "Alle staunen sie erst einmal über die Kirchenzwillinge und würden ihren Besuch gern mit einem Aufstieg krönen", sagt Veronika Böttcher, deren halbes Jahr als Mehraufwandsbeschäftigung des Jobcenters im November bereits abläuft. "Diese Stellen werden nur saisonal beantragt, und wir müssen sehen, ob das im nächsten Jahr wieder möglich sein wird", sagt Brunhilde Wolff von der Gemeinschaft für Innovation und Arbeitsförderung Calau (GIA). Wer auch immer die Besucher in der Zukunft betreuen wird - die Kirche soll für sie attraktiver gemacht werden.

Fördervereinsvorsitzender Lothar Rechenberg hält das für sehr wichtig. Ihm schwebt vor, den Turm bis zur Uhrenstube begehbar zu machen. Und auch die Uhr selbst müsse instandgesetzt werden. "Die Höhe der Kosten dafür ist noch völlig unklar", so Rechenberg.

Bis es hoch hinaus gehen kann, sind noch viele Hürden zu überwinden. "Aber die sind da, um sie zu nehmen", sagt er optimistisch. Erst einmal müsse mit der Kaltschmidt-Orgel abgeschlossen werden. Ihre Intonation soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Und dann sei zunächst Kasse zu machen.

Seit dem Jahr 1977 haben in der Wendischen Kirche keine Gottesdienste mehr stattgefunden. Seit 1995 wird sie als Kulturkirche genutzt, von da an gibt es auch wieder wendische Gottesdienste. Um das Jahr 2000 herum wurde das Gesamtensemble saniert.