Unter dem Tyca-Dach vereinen sich jene, die alles Wendische in der Stadt bewahren wollen. Und das sind nicht wenige, denn schon zur Gründung haben sich elf Engagierte zusammengefunden.

"Es ist bei Weitem nicht so, dass wir alles neu erfinden wollen", sagt die Vorsitzende des neuen Vereins, Anke Gräfe. Seit mehr als zehn Jahren gäbe es in Vetschau das Witaj-Projekt, bei dem die Kinder spielend mit der wendischen Sprache aufwachsen. In der Schule könnten sie ihr Wissen und die Sprache weiter anwenden. Deshalb, so die 42-Jährige, fänden sich in diesem Verein den verschiedenen Farben des Regenbogens entsprechend auch verschiedene Einrichtungen der Stadt zusammen. Das seien die drei Kitas "Sonnenkäfer", Marjana Domaskojc" aus Raddusch und die "Rappelkiste" sowie der Hort der Grundschule und Grundschullehrer. "Wir werden also Projekte zur Erhaltung der Sprache und der wunderschönen Traditionen anschieben", sagt die Vetschauerin und denkt dabei zum Beispiel an die Vogelhochzeit, das Zampern, an die Osterbräuche wie das Waleien, das Johannisreiten, an Herbstbräuche und Weihnachten mit dem Bescherkind. "Dazu nutzen wir Einrichtungen der Stadt wie das Sommerbad, das Storchenzentrum oder wie am kommenden Freitag den Hof des Schulzentrums", erklärt sie.

Auf dem Schulhof wird am morgigen Nachmittag zwischen 14.30 und 16 Uhr ein Herbst- und Erntefest gefeiert. Erzieherinnen werden mit den Mädchen und Jungen aus den Früchten dieses Herbstes Leckeres kochen. Bräuche werden gepflegt und mit den Kindern lustige Spiele gemacht. "Für die Kinder ist es wichtig, dass sie sich bei solchen Gelegenheiten besser kennenlernen", sagt Anke Gräfe. Künftig werde es nämlich auch gemeinsame Auftritte geben.

Der nächste folge schon bald. Am 7. Oktober werde in der Wendischen Kirche des Vetschauer Heimatmalers Wilhelm Schieber gedacht, der in diesem Jahr 125 Jahre geworden wäre. Dem Anlass ist auch eine Ausstellung von Aquarellen in der Wendischen Kirche in Vetschau gewidmet. Wilhelm Schieber wurde in Weißagk bei Vetschau geboren. Im Jahr 1974 verstarb er in Vetschau-Märkischheide. Zehn Jahre vor seinem Tode ist er mit dem Kunstpreis der Domowina ausgezeichnet worden. Die Ausstellung ist bis Oktober von Montag bis Samstag, 10 bis 12, und 14 bis 17 Uhr, Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Mit der Gründung ihres gemeinnützigen Vereins versprechen sich die Mitglieder bessere Chancen, ihre Arbeit durch Spenden oder die Förderung beispielsweise aus Stiftungsgeldern unterstützt zu bekommen. Wer Mitglied im Verein werden oder dem Verein eine Spende überweisen möchte, meldet sich bei Anke Gräfe im Hort der Grundschule oder unter der Telefonnummer 035433 70679.