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| 02:32 Uhr

Ein Orden für Uwe Felsmann

Immer auf Achse: Uwe Felsmann aus Vetschau. Der 54-Jährige ist am gestrigen Abend in Potsdam mit der Hochwassermedaille des Landes Brandenburg ausgezeichnet worden.
Immer auf Achse: Uwe Felsmann aus Vetschau. Der 54-Jährige ist am gestrigen Abend in Potsdam mit der Hochwassermedaille des Landes Brandenburg ausgezeichnet worden. FOTO: H. Kuschy
Vetschau. Am Tag führt er in seinem "Blauen" aufgeregte Fahrschüler durch den Spreewald, am späten Nachmittag sitzt er selbst hinter dem Lenkrad in Richtung Potsdam. Der Vetschauer Uwe Felsmann ist einer von etwa hundert Helfern, die am gestrigen Abend durch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit der Hochwassermedaille ausgezeichnet wurden. Hannelore Kuschy

Während Uwe Felsmann seinem Fahrschüler vor der Prüfung noch ein paar kleine Tipps gibt, kann er seinen ungläubigen Gesichtsausdruck nicht verbergen. Der gilt aber nicht dem Fahrschüler. Nein, den 54-Jährigen beschäftigt die Einladung nach Potsdam. "Warum ich? Hm. Sicher war ich mal dran", erklärt er sich den Fall. Findet das ganze auch gar nicht so wichtig. Weil: "Das ist einfach mein Hobby", sagt er und meint damit nicht weniger als seine Einsätze bei Hochwasser und anderen Ausnahmesituationen. Eine davon war die Bombendrohung eines 70-Jährigen im Januar vorigen Jahres im Lübbenauer Hochhaus. "Ich kann mich auch noch an die großen Waldbrände in den 80er-Jahren erinnern", erzählt er, denn auch damals war er Helfer vor Ort.

Ausgezeichnet wurde der Vetschauer am Freitagabend für seinen Einsatz beim Hochwasser im vergangenen Jahr in Cottbus. "Wie gesagt, ich mache das als Hobby, als Ausgleich zu meinem Job. Und eigentlich bin ich ja nur Küchenhilfe, ansonsten mache ich, was man mir sagt", erklärt der Fahrlehrer. Und dieser Job müsse eben warten, wenn so etwas wie Hochwasser dazwischen kommt. "Ich war schon an der Erdgastrasse, hab' freiwillig 1997 beim Hochwasser in Cottbus und auch 2002 ein bisschen geholfen. Da dachte ich mir: Suchste dir mal eine richtige Adresse, wo du mitmachen kannst", sagt der zweifache Familienvater und fand sie beim Arbeiter-Samariter-Bund in der Sondereinsatzgruppe Betreuung/Versorgung. Dort verstünden sich alle prima, stellt er erfreut fest.

Warum er sich so engagiert - es gibt schließlich noch andere Hobbys, als in brenzligen Situationen bei Fuß zu stehen? "Uns hilft doch keiner, wenn wir's nicht selber tun. Und mein Opa hatte mal gesagt: Feuer und Wind, Wasser und Sand hälste nicht mit der Hand. Also müssen wir was machen, deshalb sollte sich jeder ein bisschen kümmern", so seine Meinung.

Der Freitagabend hat für Uwe Felsmann doch ein wenig länger gedauert als andere Tage. Wie seine Frau sagt, sei mit ihm oft erst abends zu rechnen, weil er mit Schülern unterwegs sein muss. Fahrlehrer ist der Vetschauer seit dem Jahr 1979, freiberuflich seit zwölf Jahren.