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| 01:30 Uhr

Ein Kahn voll Samt und Seide, Bach und Beatles

Samt und Seide spielen am Sonntag in Lübbenau. Foto: pr
Samt und Seide spielen am Sonntag in Lübbenau. Foto: pr FOTO: pr
Lübbenau. Mit Harfe, Flöte, Violine und Cello präsentiert das Damenquartett „Samt und Seide“ aus Berlin klassische Melodien, Filmmusiken, Evergreens und Songs der Beatles. „Leicht von Bach bis Beatles“ haben die vier Musikerinnen deshalb ihr Programm genannt, das sie bei ihrem Spreewaldkonzert am Sonntag, dem 22. August, aufführen werden. Mit Uta Hoyer sprach Thomas Seifert

Die musikalische Kahnfahrt beginnt um 17 Uhr und startet am Großen Spreewaldhafen in Lübbenau. Die RUNDSCHAU sprach mit Cellistin Uta Hoyer über Konzerte unter freiem Himmel, die Beatles und gerissene Saiten.

Harfe, Flöte, Violine und Cello - das ergibt ein eher ungewöhnliches musikalisches Quartett. Ist diese Zusammensetzung Zufall oder Absicht?
Diese Besetzung war von Anfang an so gewollt; seit unserem ersten Auftritt auf der Internationalen Funkausstellung 1995 in Berlin. Die Instrumente wurden damals nicht nur aus klanglichen, sondern natürlich auch ästhetischen Gründen ausgewählt. Vier verschiedene Größen, Klangfarben und damit auch Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung. Immer noch eine gute Wahl.

Sie machen eigentlich Salonmusik. Im Spreewald werden Sie unter freiem Himmel musizieren. Klingen da Ihre Instrumente genau so gut wie in einem geschlossenen Raum?
Nein, denn uns fehlt open air einfach der Raum, in dem sich der Klang entfalten kann. Aber dafür haben die Zuhörer das schöne Ambiente des Spreewaldes, und das Wasser trägt den Schall schon zu ihnen.

Und wenn es regnen sollte, könnten Sie auch im Regen musizieren?
Wieder nein. Unsere Instrumente sind wertvoll und sehr empfindlich. Regen ist für Holz nie gut. Einen alten englischen Sekretär würde man auch nicht in den Regen stellen. Das Holz würde leiden und bei Instrumenten würden die klanglichen Qualitäten für immer verloren gehen.

Was spielen Sie lieber, Bach oder die Beatles?
Das kann ich so nicht sagen. Wir sind zwar alle auf dem Gebiet der Klassik ausgebildet, aber offen für alle Musikrichtungen. Wenn Musik gut ist, macht es einfach Spaß, sie zu spielen.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Musikstücke für Ihre Konzerte aus?
Ich finde, solche Konzerte wie im Spreewald sollten einen unterhaltenden Charakter haben. Die Zuhörer sind entspannt und möchten Musik erleben, deshalb wählen wir für dieses Konzert ein buntes Programm. Es gibt auch Veranstaltungen, in denen nur Bach und Mozart erklingen. Das kommt ganz auf den äußeren Rahmen an.

Welches ist das komplizierteste Stück in Ihrem Repertoire?
Ohne meine Kolleginnen zu fragen, würde ich sagen, der Ungarische Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms. Da hat man immer das große Orchester im Ohr.

Welches Stück spielen Sie am liebsten?
Am liebsten “Yesterday„ von den Beatles, weil es zu den ersten Stücken unseres Repertoires gehörte.

Spielen Sie auch eigene Musikstücke?
In dem Sinne nicht. Manche Stücke haben wir halt für unsere Besetzung arrangiert.

Sie haben drei Instrumente mit Saiten in Ihrem Quartett. Ist schon mal bei einem Konzert eine Saite an Harfe, Violine oder Cello gerissen?
Ja, das ist unserer Harfenistin passiert. Ich glaube, es war eine sehr hohe, kurze Saite. Sie musste bis zur Pause so weiterspielen und bestimmte Stellen eben in eine andere Oktave - auf eine andere Saite - legen.

Abgesehen vom Spreewald, wo würden Sie gern einmal auftreten?
Gern in Paris auf dem Eiffelturm.