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| 17:45 Uhr

Spreewaldkrimi
Ein Kabarettist mit Hang zu Krimis

Im neuen Spreewaldkrimi von Michael Klein sind unter anderem die Sportanlage des Paul-Fahlisch-Gymnasiums und die Sankt-Nikolai-Kirche Schauplätze der Handlung.
Im neuen Spreewaldkrimi von Michael Klein sind unter anderem die Sportanlage des Paul-Fahlisch-Gymnasiums und die Sankt-Nikolai-Kirche Schauplätze der Handlung. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Michael Klein veröffentlicht bereits den zehnten Band seiner Spreewald-Krimi-Reihe.

Vier Tote, so viele Leichen gab es noch nie in einem Spreewaldkrimi von Michael Klein. Der Autor veröffentlichte jüngst den zehnten Fall von Kommissar Lukas Kieselbach. Zum Jubiläum durften in „Glockendisco-Fall“ ein paar mehr Protagonisten das Zeitliche segnen. Am Freitag ist der Bonner zu Gast in der Bunten Bühne und gibt einen Rückblick über die vergangenen 15 Jahre seiner Krimi-Arbeit.

Eigentlich mache er keine Lesungen, erklärt Klein. „Das finde ich staubtrocken.“ Klein ist von Hause aus Kabarettist. Wer Klein kennt, weiß, dass es bei seinen Veranstaltungen lustig zugeht. „Wenn die Gäste 30 Sekunden auf einen Lacher warten müssen, dann muss schon was im Argen liegen“, so Klein. Selbstverständlich wird er auch die ein oder andere Geschichte um Ermittler Kieselbach und seinen Kollegen Minkner zum besten geben.

Über sein neues Werk gibt Klein vorab wenig Preis. „Von einer der Hauptfiguren werden sich die Leser jedoch am Ende verabschieden müssen“, erzählt er. In „Glockendisco-Fall“ können Spreewälder, wie gewohnt, auch wieder Plätze und Orte ihrer Heimatregion finden. Im neuen Buch ermittelt Kieselbach vorrangig in Lübbenau.  So sind das Paul-Fahlisch-Gymnasium und die Sankt-Nikolai-Kirche wesentliche Handlungsorte. Darüber hinaus bekommen die Leser eigentlich zwei Fälle in einem Buch zu lesen. Denn das ZDF produziert in der Geschichte Kleins einen weiteren Krimi.

Vor knapp 15 Jahren ist Klein zusammen mit seiner Frau das erste Mal im Spreewald. Schnell verliebten sie sich in die Region und sind Stammgäste geworden. Als er Andreas Funke vom Heimat-Verlag-Lübben kennenlernt, sucht der gerade nach einer Werbemöglichkeit für den Spreewald. „Er wollte einen Ärzteroman, so etwas wie die Schwarzwaldklinik“, erinnert sich Klein. Sein Gegenvorschlag, ein Krimi. „Dass daraus mal zehn Bücher werden, das hätte ich nie gedacht.“

Am Anfang orientierte sich Klein noch an den großen Krimi-Autoren. „Ich dachte damals, ich müsse Krimis schreiben, wie jeder andere auch.“ Nach ein paar Versuchen kommt es zum Umdenken. Humor wird fester Bestandteil seiner Geschichten. „Mir liegt Quatsch, die Komik des Lebens näher“, so der Autor. Eine Prämisse habe er, die in jeder seiner Krimis zur Anwendung kommt. Der Leser hat immer die gleichen Infos wie die Polizei. Jeder könne jederzeit mitermitteln. Klein sind vor allem die Dialoge wichtig. Wie die Figuren aussehen und was sie denken, überlässt er der Fantasie der Leser. Manchmal verselbstständige sich die Geschichte beim schreiben, gesteht der Autor. „Das ist mir schon mehrfach passiert.“ Das Ende für „Glockendisco-Fall“ hatte er so ursprünglich nicht geplant.

Ein Erfolgsgeheimnis seiner Bücher ist, dass Klein seine Geschichten vor der Veröffentlichung von Polizeiermittlern gegenlesen lässt. „Das soll alles logisch und korrekt sein“, erklärt der Autor. Von den Beamten habe er für sein Realitätsnähe bisher immer Lob erhalten. „Bei mir gibt es keine wilden Schießereien und Verfolgungsjagden. Bei mir recherchieren die Ermittler und reden mit den Leuten.“