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| 17:15 Uhr

Zukunftspläne
Ein Hauch Muttersee am Bergsee

Auch wenn noch rund acht Meter bis zum Erreichen des Endwasserstandes am Altdöberner See fehlen, werden Uferbereich und der bereits vorhandene Radweg für Freizeitaktivitäten genutzt. So zieht es unter anderem Radwanderer, Gleitschirmflieger oder Flugzeugmodellbauer an den Bergsee mit seinem einzigartigen Uferrelief.
Auch wenn noch rund acht Meter bis zum Erreichen des Endwasserstandes am Altdöberner See fehlen, werden Uferbereich und der bereits vorhandene Radweg für Freizeitaktivitäten genutzt. So zieht es unter anderem Radwanderer, Gleitschirmflieger oder Flugzeugmodellbauer an den Bergsee mit seinem einzigartigen Uferrelief. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Zweckverband Lausitzer Seenland (LSB) und Architekturbüro bgmr informieren über mögliche Entwicklungen am Altdöberner See.

Wie ist es um die touristische Entwicklung am Altdöberner See bestellt? Was will und können sich die Anrainerkommunen leisten? Und wann ist mit einem heißen Start zu rechnen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhielten rund 100 Besucher einer Info-Veranstaltung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland (LSB) und des Architekturbüros bgmr Landschaftsarchitekten GmbH, Montagabend im Altdöberner Schützenhaus.

Das Berliner Architekturbüro begleitet die See-Vorhaben des LSB und des Amtes Altdöbern, die in einem Masterplan verankert sind. „Wir befinden uns in einer frühen Phase. Parallel zu den noch ausstehenden Arbeiten der LMBV können wir jedoch planen, bauen und geeignete Flächen teilweise auch schon nutzen“, sagte LSB-Vorstand Volker Mielchen mit. Man müsse nicht warten, bis alles aus dem Bergrecht ist, aber sich dennoch in Geduld üben. „Richtig spannend wird es in den Jahren 2024/25, wenn nach jetzigem Kenntnisstand der Endwasserstand erreicht ist“, so Mielchen.

Aus Sicht von Dirk Christiansen, Geschäftsführer und Gesellschafter der bgmr, sei eine teilweise Nutzung des Areals schon heute möglich. Stellvertretend nannte er den Aussichtspunkt „Randriegel“ im Bereich der ehemaligen Ortslage Groß-Jauer, die Biennale-Objekte im Raum Pritzen oder den teils asphaltierten Randwanderweg. „Der soll zu einem Seerundweg entwickelt werden und nach Fertigstellung eine Länge von rund 18 Kilometer betragen“, informierte er. „Das entspricht in etwa die Länge des Rundweges um den Senftenberger See“, so Horst Lehmann, Mitglied der LSB-Zweckverbandversammlung und Altdöberner Gemeindevertreter.

Es soll nicht das einzige Mal sein, dass sich Facetten des Muttersees des Lausitzer Seenlandes im Bergsee widerspiegeln. So wird der Altdöberner See aufgrund seines Uferreliefs, seiner hohen Wasserqualität und seines Quellsee­charakters bezeichnet. „Dies ist eines der Alleinstellungsmerkmale, die es herauszustellen gilt“ betonte Dirk Christiansen beim Vorstellen von Urentwürfen der aktuellen Planungsstudie. Der See-Rundweg sei primäres Ziel. Um das Wasser auch erlebbar zu machen, empfiehlt er das Errichten von einer kleinen und einer großen Seekanzel. Dabei handelt es sich um Ingenieursbauwerke, die ein verblüffendes Abbild mit der Seebrücke im Senftenberger Stadthafen darstellen.

Die Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr, habe doch die bgmr Landschaftsarchitekten GmbH 2009 den Architekturwettbewerb für das Wahrzeichen am Senftenberger Muttersee gewonnen. Nach Bündeln der Ideen, Wünsche und Visionen der „Projektgruppe Masterplan“ seien weitere Mosaiksteine für den Altdöberner See in die Waagschale gelegt worden: Eine kleine Marina mit 30 bis 50 Liegeplätzen für Boote, drei öffentliche Zugänge mit Stränden in der Altdöberner Bucht, am Oststrand Pritzen sowie am Südstrand Kunersdorf (Gemeinde Neu-Seeland) und Woschkow (Stadt Großräschen). Die Nachbarkommune war von Beginn an in die Gespräche eingebunden, wie auch die LMBV. „Die Bergbausanierer haben bei allen Beratungen mit am Tisch gesessen und sich mit konstruktiven Ideen eingebracht“, entgegnete Volker Mielchen auf die Frage, warum zur Info-Veranstaltung nicht auch die LMBV eingeladen war.

Das vom Verein „Freunde des Altdöberner Sees“ angeschobene Treffen traf auch den Nerv der Bürgerinitiative (BI), der es 2016 gelang, die LMBV vom geplanten Einleiten bedenklichen Eisenhydroxid-Schlammes abzuhalten. Der See soll seinen naturnahen Charakter bewahren; Motorboote  werden aller Voraussicht keine Zulassung für den Bergsee im Lausitzer Seenland erhalten.