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| 02:40 Uhr

Ein ganzer Arbeitstag Verspätung beim RE 2

Am Radduscher Dorfplatz hält der Schienenersatzverkehr.
Am Radduscher Dorfplatz hält der Schienenersatzverkehr. FOTO: Peter Becker/peb1
Raddusch. Seit dem Fahrplanwechsel wird ab dem 13. Dezember der Bahnhalt Raddusch tagsüber nicht bedient. Pendler und Berlin-Reisende berichten, wie die erste Woche mit dem Schienenersatzverkehr läuft. Peter Becker/peb1 peb1

Simone Holzheimer fährt täglich nach Ludwigsfelde zur Arbeit. Sie ist dort beim Deutschen Roten Kreuz bei der Frühförderung tätig. Die ersten zwei Kilometer geht es von den Radduscher Kaupen mit dem Auto bis zum Dorfplatz, dann geht das Hoffen auf eine pünktliche Abfahrt des Schienenersatz-Busses los. "Gleich am ersten Tag waren es zehn Minuten Verspätung bei der Ankunft in Lübbenau. Die Rückfahrt mit dem Schienenersatzverkehr sollte 14.36 Uhr ab Lübbenau sein. Der RE 2 kam aber erst 14.56 Uhr an - dadurch war der SEV weg", berichtet Simone Holzheimer. An den übrigen Wochentagen sei es etwas besser gewesen. "Aber etwa fünf Minuten Verspätung waren jedes Mal die Regel", erklärt die Pendlerin.

Studentin Franziska Liebig kann diese Erfahrungen bestätigen. "Wenn die Verspätung in Lübbenau zu groß ist, ist der Bus weg. Ich finde es nicht gut durchdacht, dass ein Bus für beide Strecken zuständig ist", erklärt sie. Schließlich solle es ein Anschluss nach Raddusch sein "und nicht, dass ich dann noch eine Stunde warten darf, bis der nächste Bus fährt", so die Frau.

Die Bürgerinitiative Bahnhalt Raddusch hat Protokoll geführt und die Verspätungen aufgelistet. In Summe sind es über acht Stunden und damit ein ganzer Arbeitstag. Und das allein aus Richtung Berlin (siehe Kasten).

Die Pünktlichkeit des Busses ist abhängig von der Bahn. Er pendelt zwischen dem Radduscher Dorfplatz und Lübbenau. Was auch Vorteile habe, wie der Radduscher Matthias Nevoigt bestätigt: "Zum Dorfplatz war es nicht weit, in Lübbenau hielt der Bus direkt vorm Bahnhof, es war ein geschmeidiges Umsteigen. Der Busfahrer war nett, und ich konnte gleich bei ihm das Brandenburg-Ticket lösen." Die Rückfahrt trat er mit dem Einsatzzug 17.12 Uhr ab Alexanderplatz an, der dann wieder in Raddusch hielt.

Der Bus kann nur etwa zehn Minuten jeweils länger warten, sonst funktioniert das Pendelsystem nicht mehr. Dem Verkehrsunternehmen kann insofern keine Schuld an den durch die Bahn verursachten Verspätungen gegeben werden. Roman Niedergesäß vom Cottbuser Busunternehmen Leo-Reisen: "Der barrierefreie Ersatzverkehr inklusive Fahrradmitnahme wird gut angenommen und die Anschlüsse funktionieren reibungslos. Als Vorteil hat sich die dorfmittige Lage der Ersatzhaltestelle erwiesen, weil Wege verkürzt werden", lautete seine Einschätzung. Das Unternehmen hat seine Busse für die Fahrrad- und Kinderwagenmitnahme umgerüstet. Bis zu zwölf Fahrräder passen in den Bus.

Zum Thema:
Verspätungen RE 2 aus Richtung Berlin in Lübbenau:16.12. - 53 Minuten bei 8 beobachteten Zügen17.12. - 52 Minuten bei 18 beobachteten Zügen18.12. - 35 Minuten bei 18 beobachteten Zügen19.12. - 241 Minuten bei 17 beobachteten Zügen20.12. - 106 Minuten bei 10 beobachteten Zügen (bis 17 Uhr) In Summe sind das über acht Stunden. peb1 Quelle: reiseauskunft.bahn.de oder/und Fahrgastmeldungen