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| 16:08 Uhr

Lug
Ein Dorfgemeinschaftshaus für Lug

Die Freude über den Zuwendungsbescheid ist Bürgermeisterin Martina Möller (3. v. r.) ins Gesicht geschrieben Minister Jörg Vogelsänger hat in Lug den Bescheid persönlich überreicht.
Die Freude über den Zuwendungsbescheid ist Bürgermeisterin Martina Möller (3. v. r.) ins Gesicht geschrieben Minister Jörg Vogelsänger hat in Lug den Bescheid persönlich überreicht. FOTO: Uwe Hegewald
Lug/Potsdam. Minister Vogelsänger überreicht einen Zuwendungsbescheid für barrierefreien Anbau an das Feuerwehrdepot des Ortes.

Keiner vom Empfangskomitee, das am Nachmittag auf den Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger (SPD) wartete, konnte sich erinnern, ob jemals ein Minister das beschauliche Lug in der Gemeinde Bronkow besucht hat. „Als letzte große Politikerin hatten wir SED-Bezirksrats-Vorsitzende Irma Uschkamp zu Gast“, wusste ein Dorfbewohner am Mittwoch zu berichten.

Wichtig war der Grund des Besuchs von Minister Vogelsänger: Das Überreichen des Zuwendungsbescheides für einen barrierefreien Anbau des Dorfgemeinschaftshauses an das bestehende Feuerwehrdepot, einschließlich Gestaltung des Umfeldes. 337 800 Euro beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen, die Zuwendung aus EU-Mitteln 250 000 Euro.

Mit dem Projekt erfährt das Dorfzentrum eine erneute Aufwertung, das bereits mit dem 1955 errichteten Feuerwehrdepot, dem angrenzenden Fest- und Trainingsplatz sowie dem Kinderspielplatz als Anlaufpunkt gilt. „Wir sind natürlich dankbar für den positiven Bescheid. Er ermöglicht es uns, durch die Schaffung von gemeinsamen Räumlichkeiten einen kleinen Leuchtturm zu setzen“, würdigte Martina Möller, Bürgermeisterin der Gemeinde Bronkow, den „besonderen Tag“. Gegenüber Jörg Vogelsänger und Simone Schökel vom Landesamt für ländliche Entwicklung hob sie den Stellenwert der freiwilligen Feuerwehr im Dorf hervor. „Die Feuerwehr ist immer aktiv – ob mit oder ohne Uniform“, so das Gemeindeoberhaupt. Auch bei diesem Projekt habe die Feuerwehr bereits ihre Bereitschaft erklärt, zum Senken der Kosten entsprechende Eigenleistungen zu erbringen.

Für den barrierefreien Anbau, als Flachbau geplant, an das bestehende FF-Depot, ist eine multifunktionelle Nutzung für die Feuerwehrleute aber auch für ortsansässige Vereine und Dorfbewohner vorgesehen. Im Detail werden ein Versammlungs- und Schulungsraum geschaffen sowie sanitäre Anlagen mit einem behindertengerechten WC, eine Teeküche, ein Hauswirtschaftsraum sowie ein Lager mit Archiv.

Das alte Lager als Bestandsgebäude des Wehrdepots wird abgerissen. Die Außenanlagen werden neu gestaltet. Eine Antragstellung auf Fördermittel aus der Leader-Richtlinie erfolgte am 17. Oktober 2017. Martina Möller bedankte sich bei allen Mitwirkenden, die das Projekt bisher begleitet haben. Sie nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, um gegenüber Jörg Vogelsänger auf ein generelles Problem in struktururschwachen Regionen des Landes hinzuweisen. „Drei Viertel unserer Steuereinnahmen müssen wir als Umlage wieder abführen, was uns wenig Spielraum lässt, andere Vorhaben zu verwirklichen“, haderte sie. „Vielleicht können sie in dieser Sache etwas Einfluss ausüben und Verbesserungen herbeiführen“, appellierte die Bürgermeisterin. Wohlwissend, dass es möglicherweise wieder mehrere Jahrzehnte dauert, bis eine Ministerin oder ein Minister in Lug zu Besuch ist.