ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:43 Uhr

Dubkowmühle feiert 280 Jahre Schankrecht

Der König kommt – für die zahlreichen Touristen ein willkommenes Fotomotiv.
Der König kommt – für die zahlreichen Touristen ein willkommenes Fotomotiv. FOTO: Becker/peb1
Leipe. Die im Jahre 1701 erbaute Dubkowmühle erhielt bereits 1737 das Schankrecht. Aus ihrer wechselvollen Geschichte ragen die jüngsten 100 Jahre besonders hervor. Peter Becker / peb1

Diese Zeit wurde von August und Erich Konzack geprägt, in der Neuzeit durch Ilona Konzack.

Gleich nach dem Frühschoppen der Ströbitzer Blasmusikanten haben sich Leiper Fischer an ihr Werk gemacht. Entlang der an der Hauptspree gelegenen Dubkowmühle zeigten sie vor Hunderten den Umgang mit Reuse und Stellnetz und zogen einige Fische an Land. Kurz danach stellte sich himmlischer Besuch ein: Im geschmückten Kahn legte Friedrich der II., assistiert von seinem Fahnenträger, an der Dubkowmühle an. Was ihm zu Lebzeiten nicht gelang - Dubkow war damals sächsisch - holte er nun nach. "Fritz, du musst nach unten gehen, die Dinge ordnen, die aus dem Ruder gelaufen sind, so mein göttlicher Auftrag", richtete Rüdiger Budek, der unterstützt von Sohn Phillip aus Hornow gern mal den König mimt, seine Worte an das Volk. Er sparte nicht mit Kritik und Tadel und schimpfte gegen dieses und jenes.

Die Dubkowmüllerin dagegen erhielt viel Lob von ihm. Ilona Konzack, so die heutige Wirtin, hatte vor zwölf Jahren aus den Händen ihres Vaters Erich Konzack die Mühle übernommen. Dieser hatte sie 1975 überraschenderweise von August Konzack vererbt gekommen und danach durch schwierige Zeiten gebracht.

Anlass und Grund genug für die heutige Wirtin, ihm im Beisein des Königs die Urkunde für das "Kleine Ausgedinge" zu überreichen. Das Große Ausgedinge, das lebenslanges Wohnrecht, hatte Erich Konzack schon früher von seiner Tochter erhalten, nun darf er sich zusätzlich über eine tägliche warme Mahlzeit und ein Bier freuen.

Der himmlische Besuch des Königs sollte nicht der einzige sein. Auch der legendäre Dubkowmüller August Konzack, der über 50 Jahre die Gaststätte führte, kam in Person von Manfred Kliche auf die Erde zurück. Mit ihm seine ebenso legendäre Schwägerin Anna (Marlene Jedro). Die beiden zogen wie schon zu Lebzeiten übereinander her und schenkten sich nichts, teilten nach allen Seiten aus und führten so unterhaltsam durch den Nachmittag.

Unterstützung bekamen sie später von der Jugendgruppe des Radduscher Heimat- und Trachtenvereins, die den zahlreichen Gästen des Festes Spreewälder Brauchtum im Laufe der Jahreszeiten vorführte. Sie waren der Hingucker schlechthin, denn die Trachtengruppe kam mit dem Kahn und war schon während der anderthalbstündigen Anreise ein beliebtes Fotomotiv der zahlreichen Paddler.

Die Zuschauer an der Dubkowmühle, meist Urlauber, erfuhren dann viel über Fastnacht, Osterbräuche, Hahnrupfen und Froschkarren.

www.lr-online.de/bilder/