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Dubkow-Mühle war trotz Sperre "erreichbar"

Idyllisch gelegen – Dubkow-Mühle in Leipe.
Idyllisch gelegen – Dubkow-Mühle in Leipe. FOTO: Preikschat
Leipe. Zu dem Artikel "Weg zu Leiper Gasthaus gesperrt" samt des Kommentars "Landkreis lässt Chance ungenutzt" in der Lübbenauer RUNDSCHAU-Ausgabe vom 7. Oktober nimmt nunmehr der Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) Stellung. red/dpr

Berichtet wurde in dem Artikel über die schwierige Situation für die Betreiberin der Dubkow-Mühle aufgrund des Ausbaus der Kreisstraße von Burg nach Leipe. Zehn Tage waren Restaurant und Gästezimmer wegen einer Vollsperrung der Ortsverbindung nicht erreichbar. Zehntausende Euro Verlust entstanden Gastronomin Ilona Konzack dadurch.

Diese Baumaßnahme, heißt es vom Landkreis, sei ein Gemeinschaftsbauvorhaben des Landkreises OSL und der Gemeinde Burg, vertreten durch das Amt Burg. Die Maßnahme sei frühzeitig bekannt gegeben worden und auch notwendig gewesen. Die 2,5 Kilometer lange und 3,10 Meter breite Kreisstraße habe erhebliche Schäden an der Fahrbahnoberfläche aufgewiesen, wie Kantenabbrüche und Schlaglöcher. In der Folge traten Tragfähigkeitsprobleme auf.

An einer solch schmalen Straße könne nur unter Vollsperrung gebaut werden kann, heißt es vom Landkreis weiter. Damit die Mühle weiter erreichbar bleibt, habe die Behörde eine Sondergenehmigung für die Befahrung eines Radwanderweges eingeholt.

Zumutbarer Ersatz

Dieser Weg, heißt es weiter, ist auf dem ersten Teilstück asphaltiert und geht in einen fünf Meter breiten Sandweg über, der Richtung Dubkow-Mühle führt. Der Einwand von Mühlen-Wirtin Ilona Konzack, diese Ersatzlösung sei "nicht zumutbar", sei in keinster Weise zutreffend, so der Landkreis. Der Weg könne problemlos mit bis zu 30 km/h mit dem Pkw befahren werden. Die Kreisverwaltung sei vorab mehrfach mit der Inhaberin der Dubkow-Mühle im Gespräch gewesen und habe konstruktive Vorschläge gemacht, die sie ablehnte.

Zum Vorschlag der Gastronomin, die Baumaßnahme auf Anfang November zu verschieben, führt der Landkreis aus: "Im November ist die Wahrscheinlichkeit von Nachtfrösten schon sehr hoch. Was bedeuten würde, dass mitten in der Baumaßnahme die Arbeiten zum Erliegen kommen würden." Das würde die Bauarbeiten verzögern und hätte eine längere Vollsperrung zur Folge.

Alternativ hatte Ilona Konzack vorgeschlagen, die Straße in zwei Abschnitten zu sanieren. So wäre die Mühle durchgehend von der Kreisstraße aus erreichbar geblieben. Eine solche "Zweiteilung der Baustelle" jedoch, entgegnet der Landkreis, hätte die Arbeiten ebenfalls verlängert. Darüber hinaus hätte das die Kosten um "ein Mehrfaches" erhöht. Weder private Anlieger noch Gewerbetreibende in Leipe übernehmen einen Kostenanteil an der Sanierung, da es sich um eine Kreisstraße handelt.

Kritik an Bautermin

Ilona Konzack kritisierte weiter, dass die Straße ausgerechnet während der Herbstferien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ausgebaut wurde. Obwohl aus diesen Bundesländern viele Touristen auch den Spreewald und Leipe besuchen.

Dem hält der Landkreis entgegen: "Nach den Herbstferien in Sachsen haben in dieser Woche die Ferien in Berlin, Brandenburg und weiteren Bundesländern begonnen." Dies habe man bedacht und mit Rücksicht auf den regionalen Tourismus die Straße vor den Ferien in der Region saniert.

Grundsätzlich könne gesagt werden: "Eine grundhafte Erneuerungen wie diese findet nur alle 20 bis 30 Jahre statt." Die Verkehrsverhältnisse würden sich wesentlich verbessern, somit auch die touristische Erschließung des Ortes Leipe.