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| 02:33 Uhr

Drei Szenarien für die Spreewald-Fließe

Lübben. Ob und wie das Gewässerrandstreifenprojekt im Landkreis Dahme-Spreewald in Zusammenarbeit mit der Stadt Lübben, den Ämtern Unterspreewald und Lieberose/Oberspreewald fortgesetzt werden kann, soll geprüft werden. Erste Überlegungen laufen – die anderen Kreise, bisher mitbeteiligt, sind aufgrund ihrer Finanzsituation außen vor. ho/is

Zum 31. Dezember 2014 soll der Zweckverband Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald abgewickelt werden. Eigentlich. Doch einige Projekte sind noch nicht abgeschlossen, wären aus naturschutzfachlicher Sicht aber vielversprechend. Das brachte Martin Wille, Landrat a.D. und jetzt SPD-Kreistagsabgeordneter, und Frank Selbitz (UBL/Grüne und Pro Lübben in der Stadtverordnetenversammlung) dazu, die Köpfe zusammenzustecken. Könnten Lübben und Dahme-Spreewald das Millionenvorhaben - in bescheidenerem Umfang - fortführen? Und wie?

Die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße haben ihren Ausstieg aufgrund schwieriger Haushaltslagen angekündigt. Da sie mit Haushaltsicherungskonzepten arbeiten, seien freiwillige Ausgaben wie die Weiterführung des Naturschutz-Großprojekts nicht genehmigungsfähig, so Wille. Der Landkreis-Verwaltung zufolge sind aber vor allem Projekte auf LDS-Terrain noch offen.

Die Liquidierung würde bis 2015 fast 90 000 Euro kosten. Die Zukunft des Gewässerrandstreifenprojektes wird dabei in drei Szenarien gesehen: Abwicklung, Fortbestehen auf Sparflamme oder Weiterführung mit Büro und Projektmanagement. Das Sparflammen-Szenario würde bis 2018 rund 46 000 Euro kosten. Die "große Variante" beliefe sich auf etwas mehr als 120 000 Euro.

Unklar ist noch, wie die Weiterführung ganz konkret aussehen soll. Die Wasser- und Bodenverbände haben signalisiert, als Träger von Projekten mit zur Verfügung zu stehen. Die dritte Variante birgt auch ein Risiko: Können die Personalkosten für das Projektmanagement nicht über Fördermittel getragen oder erwirtschaftet werden, blieben sie an Landkreis, Lübben und eventuell den beiden Ämtern hängen. Ein Ausstieg aber "wäre nicht zielführend, weil vieles noch nicht durchgeführt wurde", argumentierte Wille im Hauptausschuss.

"Wir müssen mit dem Wasser im Spreewald vernünftig arbeiten", betonte er im Zusammenhang mit der aktuellen Hochwassersituation.

Fördermittel für künftige Projekte könnten nur fließen, wenn zwei Kommunen als Träger auftreten, sagte Wille und regte an, dass Lübben bei Folgeprojekten dabei sein könnte. Aber auch das Amt Unterspreewald könnte eingebunden werden, und aus dem Amt Lieberose/Oberspreewald gebe es ebenfalls Interesse.

Die Lübbener Abgeordneten wollen sich im September mit dem Thema befassen.