Von Daniel Preikschat

„Wir ziehen uns diesen Schuh nicht an“. Der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) sagte das am Dienstag im Bauausschuss, obwohl er und Stadtplaner Veit-Uwe Böhm zuvor an sich Erfreuliches zu berichten hatten. Das kleine Lagunendorf mit seinen rund 60 Haushalten und 150 Einwohnern bekommt Dorfgemeinschaftshaus, Parkplatz und Brücke. Allerdings – deshalb der Satz mit dem „Schuh“ – mussten die Lehdschen lange warten auf die Realisierung dieser ersten Bauprojekte. Einen Bebauungsplan gibt es nämlich bereits seit Januar 2008. Wenn aber die Einwohner im Dorf nicht richtig mitmachen, womit Wenzel wohl vor allem Grundstückseigentümer meinte, dauere es eben länger. „Wir brauchen das Einvernehmen.“

Das liegt nun aber offensichtlich vor für einige Flächen. Am Ortseingang werde ein Parkplatz gebaut mit 84 Stellflächen, von denen 70 öffentlich nutzbar sein sollen. Über Abgrenzung und Gestaltung sei man sich mit dem Grundstückeigentümer einig geworden, hieß es. Ebenfalls übereingekommen ist die Stadt mit dem neuen Eigentümer des ehemaligen BASF-Grundstücks mit dem Schulungs- beziehungsweise Ferienhaus. Hier bestehe für die Uferkante eine so genannte Dienstbarkeit, das heißt, es können dort Kähne anlegen. Eine bisher der privaten Nutzung vorbehaltene Brücke wird zurückgebaut und durch eine neue ersetzt, die wenige Meter entfernt steht und öffentlich nutzbar ist. Wie sie aussehen soll, und ob eine Rampe sinnvoll ist, wurde im Bauausschuss diskutiert. Hier wird die Stadtverwaltung noch einen konkreteren Entwurf vorlegen.

Sehr konkret und damit reif umgesetzt zu werden, ist der Plan für das Dorfgemeinschaftshaus neben dem Feuerwehrgerätehaus. 700 000 Euro müssen für den spreeewaldtypischen Bau mit Spitzdach und umlaufender Terrasse investiert werden, so Kerstin Schäfer im Wirtschaftsausschuss. Wobei man im Rathaus mit einer 75-Prozent-Förderung rechnet. Im Erdgeschoss wird Gemeinde und Vereinen ein Mehrzweckraum mit 60 Sitzplätzen zur Verfügung stehen mit offenem Dach und viel Deckenlicht. Küche, Umkleiden und WC sind ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht und können auch von der Feuerwehr genutzt werden.

Deren betagtes Gerätehaus, für dessen Sanierung nochmals 100 000 Euro eingeplant sind, sollte ursprünglich über einen Wandelgang an den Neubau angeschlossen werden. Allerdings kam diese Idee beim Denkmalschutz schlecht an, genau so wie die vorgesehenen großen Fenster im Erdgeschoss. Der Kompromiss ist nun: kein Wandelgang, und die Fenster im Erdgeschoss verschwinden hinter einer verschiebbaren Sichtblende. Was die Außenanlagen betrifft, sind einige Schotterrasen-Stellflächen vorgesehen und Spielgeräte.

Erste Aufträge werden nun ausgeschrieben, sagte Kerstin Schäfer, sodass man hoffe, noch im laufenden Jahr mit dem Bau beginnen zu können.