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| 17:36 Uhr

Tourismus im Spreewald
Dörfer um Lübbenau brauchen mehr Marketing

Auch für Kittlitz sahen die Studenten noch Entwicklungspotenzial. Hier wird das Stollenreiten ausgetragen. Inzwischen zählt Kittlitz neben Laasow und Calau zu den einzigen Orten, das dieses traditionelle Reiterfest noch organisiert. Und auch das zieht Touristen an.
Auch für Kittlitz sahen die Studenten noch Entwicklungspotenzial. Hier wird das Stollenreiten ausgetragen. Inzwischen zählt Kittlitz neben Laasow und Calau zu den einzigen Orten, das dieses traditionelle Reiterfest noch organisiert. Und auch das zieht Touristen an. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Bremer Studenten weisen auf Defizite bei der Vermarktung des Urlaubsortes Lübbenau hin. Jetzt stellten sie ihre Analyse „Einbinden der Dörfer in das Marketing der Destination Lübbenau/Spreewald“ im Lübbenauer Rathaus vor. Von Daniel Preikschat

In der Lübbenauer Altstadt belebt es sich dieser Tage touristisch wieder. Auch in Lehde und Leipe mischen sich Besucher unter die Einheimischen. Die vielen anderen Ortsteile der bekannten Urlaubsregion Lübbenau/Spreewald indes können auch diesen Sommer nicht annähernd so viele Gäste begrüßen.

Das soll sich ändern. Zumindest ist das der Ansatz, den elf Studenten der angewandten Freizeitwissenschaft und des Tourismusmanagements an der Universität in Bremen verfolgt haben. Gut vorbereitet kamen sie im April für vier Tage in die Lübbenauer Dörfer. Die danach gefertigte Analyse samt der daraus abgeleiteten Strategie für ein besseres „Einbinden der Dörfer in das Marketing der Destination Lübbenau/Spreewald“ haben sie Dienstag im Lübbenauer Rathaus mit ihrem Professor Felix Herle vorgestellt.

Aus Sicht der Studenten gibt es viel Handlungsbedarf. So sei vor allem die Kommunikation zwischen der Stadt und den Dörfern derzeit „unzureichend“. Wobei Ortsvorsteher und touristische Leistungsträger in den Ortsteilen „eher unzufrieden“ sind mit der Beziehung zur Stadt. Während man in der Marketingrunde, in der vor allem die Städter vertreten sind, lediglich „Verbesserungspotenzial bei der Integration einiger Dörfer sieht.

Diese Dörfer haben die Studenten auf ihr touristisches Potenzial abgeklopft, dabei Kriterien wie Infrastruktur, Alleinstellungsmerkmale, Freizeitangebote und Übernachtungsmöglichkeiten angesetzt. Vergleichsweise gut wegkommen dabei sind Hindenberg, Groß Beuchow, Ragow, Zerkwitz, Klein Beuchow, Groß Klessow, Boblitz und Bischdorf, weniger gut Kittlitz, Eisdorf und Klein Klessow. Den anderen Orten attestiert der Wissenschaftsnachwuchs „mittleres touristisches Potenzial“. Lehde und Leipe, touristisch bereits gut entwickelt, wurden nicht betrachtet.

Künftig mehr miteinander zu reden ist daher eine der Bremer Handlungsempfehlungen. Halbjährlich, wenn nicht gar jedes Quartal sollte es Kommunikationsrunden geben, im Wechsel in der Stadt und in den Dörfern. Dort besprochen werden könnten unter anderem die vielen interessanten Vorschläge der Tourismusforscher. Aus deren Sicht liege es etwa nahe, Info-Schober und Spreewaldatelier-Kunstwerke auch in den Dörfern zu platzieren. Weiter sollten zu Workshops mit Fachkundigen auch Ortsvorsteher und touristische Leistungsträger aus den Dörfern eingeladen werden. Den Flyer für die Lübbenauer Viertel könnte man in gleicher Machart, aber entsprechend mit anderen Farbsymbolen auch für die Dörfer herstellen.

Stadt und Ortsteile touristisch besser verzahnen würden gut ausgeschilderte Radtouren, für die es entsprechendes Kartenmaterial geben müsste. Da entlang dieser Routen gastronomische Angebote rar sind, könnten Grillplätze und Lagerfeuerstellen geschaffen werden. Minigolfplatz und Kletterwald würden die Attraktivität der Orte selbst deutlich erhöhen. Planen ließen sie sich vorzugsweise dort, wohin schon jetzt Touristen in die Dörfer kommen, nahe des Hindenberger Campingplatzes zum Beispiel. Begleitend müssten diverse Internetseiten zum Teil deutlich aufgewertet werden. Schon jetzt ausdrücklich gelobt haben die Bremer Studenten den Auftritt der Spreewald-Touristinformation.

Nach dem Vortrag der Studenten vor rund 50 Gästen bedankte sich Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) für die vielen guten Hinweise, die allerdings nur „Anregungen“ sein könnten. Manfred Mrose aus Klein Radden wies hin auf Pflege- und Betreiberaufwand für neue Anlagen und auf die Kosten, die ebenfalls betrachtet werden müssten.