ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:17 Uhr

Vereinsleben
Abgelegene Vereinsdomizile sorgen in Calau für Diskussion

 Graffitikünstler-Nachwuchs bei der Arbeit. Im Calauer Jugendclub hatten sie im Sommer 2016 ihr Atelier in der Mühlenstraße.
Graffitikünstler-Nachwuchs bei der Arbeit. Im Calauer Jugendclub hatten sie im Sommer 2016 ihr Atelier in der Mühlenstraße. FOTO: Preikschat
Jugendklub und Blaues Kreuz nutzen Gebäude am Stadtrand. Das hat Vor-, aber auch Nachteile. Von Daniel Preikschat

Klaus-Peter Schulze vom Blauen Kreuz in Calau hat am Dienstag im Sozialausschuss seine Chance genutzt. In seinem Bericht über das, was die Selbsthilfegruppe für Suchtkranke und deren Angehörige so alles leiste, betonte er gegenüber den anwesenden Stadtverordneten und Rathaus-Mitarbeitern eins ganz besonders: „Wir wollen das Ferienzentrum erhalten.“ 48 Stunden im Monat arbeite man daran, die abgelegen in Calau-Friedrichsfeld liegende Anlage in Ordnung zu halten. Hier, wo die Anonymität gewahrt werden kann, trauten sich Alkoholkranke hin. Die Lage sei ideal. Allerdings, das sagte Schulze auch, gebe es Sanierungsbedarf. Dach und Fußboden müssten erneuert werden, was etwa 185 000 Euro kosten dürfte. Die nächsten Jahre aber sei das Gebäude im jetzigen Zustand noch nutzbar.

Die Stadtverordneten, so schien es, wissen, was sie am Blauen Kreuz haben. Schwierige und wichtige Arbeit werde dort geleistet, so Gerd Kasprick (CDU), die auch unterstützt gehört. Jedoch habe die Stadt Calau auch viele andere Aufgaben, sodass bisher das Vereinsdomizil „etwas hinten runter gefallen“ sei. Peter Schollbach (LW) zeigte sich „recht begeistert“ von den Unternehmungen des Blaues Kreuzes und sicherte zu: „Der Standort soll euch auch nicht genommen werden.“ Laut Stadtsprecher Jan Hornhauer überlässt die Stadt den Blaukreuzlern das Gebäude kostenlos zur Nutzung. Vom Landkreis, von Gesetzes wegen zuständig für die Beratung und Betreuung psychisch Kranker und Abhängiger kommen 5000 Euro im Jahr.

Während die trockenen Alkoholiker vom Blauen Kreuz also die Abgeschiedenheit ihres Domizils sehr begrüßen, Vorsitzender Dirk Hilgendorf gar sagt, es zu verlieren „wäre für uns der Genickbruch“, hadert der Calauer Jugendklub mit der dezentralen Lage seines Objekts in der Mühlenstraße. Klaus Winzer, Chef des Calauer Jugendclubs, erstattete Dienstag im Sozialausschuss ebenfalls Bericht und wies dabei auf diesen Missstand hin. Näher an der Schule wäre günstiger. Versuche aber, den Anlaufpunkt für Jugendliche näher ans Stadtzentrum zu rücken, schlugen fehl. Winzer berichtete von mehreren Konzepten, die er bereits geschrieben habe für die Stadtverwaltung. Im Gespräch gewesen war unter anderem die ehemalige Mädchenschule Am Gericht 1 oder auch ein Nebengebäude an der Turnhalle.

 Liegt günstig abgelegen – Ferienzentrum Friedrichsfeld in Calau.
Liegt günstig abgelegen – Ferienzentrum Friedrichsfeld in Calau. FOTO: Jan Augustin

Für den Jugendklub, so Jan Hornhauer, zahlt die Stadt Calau jährlich 27 000 Euro Personal- und 20 000 Euro Betriebskostenzuschuss.