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| 19:13 Uhr

Tourismus-Projekt in Lübbenau
„Dieses Paket, das haben nur wir“

Zufrieden mit dem Baufortschritt bei den Spreewelten: Geschäftsführer Michael Jakobs (l.) und Marketingleiter Steven Schwerdtner.
Zufrieden mit dem Baufortschritt bei den Spreewelten: Geschäftsführer Michael Jakobs (l.) und Marketingleiter Steven Schwerdtner. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Geschäftsführer und Marketingleiter der Spreewelten arbeiten mit ihrem Team an einem einzigartigen Bad-und-Hotel-Angebot in Lübbenau. Die halbe Strecke auf dem Weg dort hin haben sie schon hinter sich gebracht.

Herr Jakobs, Herr Schwerdtner, am 9. April mussten sie das Spreeweltenbad schließen, damit es ausgebaut und umgestaltet werden kann. Ende September soll Wiedereröffnung sein. Die Hälfte der Durststrecke ohne Besucher haben sie also geschafft. Sind sie soweit zufrieden mit dem Baufortschritt?

Michael Jakobs: Wir liegen im Zeitplan und können bisher zufrieden sein. Parallel bauen wir ja auch unser Appartementhotel mit 60 Zimmern, das mit dem Bad über einen Bademantelgang verbunden wird. Insgesamt ein Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von 22 Millionen Euro. Für beide Bauvorhaben wurden mehr als 130 Baulose ausgeschrieben, hinter denen sich aber noch viel mehr Bauleistungen verbergen. Eine große Herausforderung war und ist die Abstimmung und Koordinierung der zahlreichen Gewerke. Hierzu leisten die Planer und Ingenieure ganze Arbeit, natürlich mit Unterstützung sehr engagierter und kompetenter Handwerksfirmen.

Gab es noch gar keine Schwierigkeiten bei diesem komplexen Bauablauf, etwa beim Setzen der drei großen Plexiglasscheiben?

Jakobs: Es gab sehr viele kleinere und auch mittelgroße Probleme zu lösen, es mussten auch schon Sonderschichten eingelegt werden. Insgesamt aber hat das den Zeitplan bisher nicht entscheidend durcheinandergebracht. Für mich war die termingerechte Lieferung der Spezialscheiben und der passgenaue Einbau faszinierend.

Größere Bauteile werden ja wahrscheinlich auch für den Bademantelgang geliefert. Die Fundamentpfeiler sieht man schon.

Steven Schwerdtner: Ende Juli soll der Metallbau beginnen. Die einzelnen Segmente sind etwa so groß wie Eisenbahnwaggons.

Wird die Fläche darunter, zwischen Hotel und Bad, vollständig öffentlich nutzbar sein?

Schwerdtner: Für unsere Hotelgäste bauen wir einen Parkplatz mit etwa 60 Stellflächen. Davon abgesehen wird aber die ganze Fläche zwischen Hotel- und Badeingangsbereich den Charakter eines öffentlichen Platzes haben, Aufenthaltsqualität bieten und entsprechend gestaltet. Die Straße Alte Huttung ist Teil des Platzes.

Jakobs: Wir glauben, dass so auch das Wohnumfeld für unsere Mieter und Lübbenauer in der Alten Huttung verbessert wird. Außerdem könnten dort schon heute ansässige gastronomische Anbieter vom neuen Außenbereich profitieren. Wir sehen das als Ergänzung, nicht als Konkurrenz für unser Restaurant, das ja im Zuge der Baumaßnahme deutlich vergrößert wird und künftig Bad- und Hotelgäste versorgt.

Profitieren Sie nicht auch von der Umgestaltung des Einkaufszentrums Roter Platz ganz in der Nähe inklusive des neuen Kreisverkehrs?

Jakobs: Wir profitieren insgesamt von städtischen Angeboten und der Infrastruktur, ganz klar. Mit Stadtverwaltung und Stadtverordneten kooperieren wir eng und gut. Die Stadt ist ja Bauherr für das Bad, wir machen die Baubegleitung, während das Hotel unser Projekt ist. Die Stadt Lübbenau hat sich bereit gezeigt, mehr als elf Millionen Euro in den Badausbau zu investieren.

Nach Lübbenau kommen die meisten Touristen wegen der Altstadt mit ihren Häfen, wegen dem Schlossbezirk und Lehde. Bleibt es nicht ein kühnes Unterfangen, am Rand einer Großsiedlung so viel Geld in ein touristisches Projekt zu stecken und ein Hotel zu bauen?

Schwerdtner: Wir liegen zwar mit Bad und Hotel nicht mitten im Spreewald, haben aber bereits in den vergangenen Jahren einen beachtlichen Gästeandrang erlebt. Der wird mit dem Hotel noch einmal deutlich gesteigert werden. Besucher bleiben nicht wegen einer Attraktion wie unserem Spreeweltenbad oder der Lübbenauer Altstadt mehrere Tage an einem Standort. Sie wollen vielfältige Angebote, die wir ihnen in Lübbenau und Umgebung bieten können. Wir kooperieren bereits jetzt mit rund 300 touristischen Leistungsträgern, das werden künftig eher noch mehr werden. Der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels kann in Lübbenau schon jetzt nicht gedeckt werden.

Ihre Idee, in einem familienfreundlichen Bad mit Pinguinen schwimmen zu können, wurde in Nordrhein-Westfalen versucht zu kopieren. Erfolglos. Das Alleinstellungsmerkmal bleibt Ihnen erhalten.

Schwerdtner: So einfach ist es eben nicht, Tiere in einem Bad artgerecht zu halten. So mit ihnen umzugehen, dass sie sich auch sichtlich wohl fühlen. Mit dem Ausbau der Außenanlagen rücken die Badegäste noch näher an die Tiere heran. Wir werden in Bad und Hotel für die Kinder außerdem die Geschichte erzählen, wie die Pinguine in den Spreewald gekommen sind. Wellenbad, Floß und andere Spielgeräte sind Teil der Geschichte, die sich Kinder erschließen können. Hinzu kommt noch die Renovierung unseres spreewaldtypischen Saunadorfs, das mit dem Bad verbundene Hotel. Wenn wir das Projekt abgeschlossen haben, sind wir noch schwerer zu kopieren. Dieses ganze Paket, das haben nur wir.

Ein Hotel mit einem Bad zu verbinden – ist das wiederum nicht eine Idee, die Sie kopiert haben? In Burg wurde das auch schon gemacht.

Jakobs: Wir haben uns vor sechs Jahren schon entschieden, das zu machen. Damals stand in Burg das Hotel noch gar nicht. Überhaupt unterscheidet sich unser touristisches Angebot doch sehr von dem in Burg. Wir sind insbesondere ein Erlebnisbad mit Angeboten für Kinder und Familien.

Schwerdtner: Hotels und Bäder zu verbinden, ist im europäischen Ausland schon lange nichts Neues mehr. Bad Schallerbach in Österreich ist ein Beispiel dafür, dass ein Bad mit Hotel nicht immer in einem touristischen Zentrum liegen muss.

Wie schaut man in der Branche auf Ihr Projekt?

Schwerdtner: In der European Waterpark Association, das ist ein internationaler Verband von Freizeit-Erlebnisbädern und Thermen, betrachtet man es sehr positiv und freut sich auf das Ergebnis. Die Spreewelten sind dort mit vertreten. Aber auch in den Bewerbungsgesprächen, die wir derzeit führen, spüren wir das große Interesse.

Haben Sie ausreichend Bewerber?

Schwerdtner: Mehr als ausreichend. Wir haben bei Weitem mehr sehr gute Bewerbungen als wir Stellen anbieten können?

Wie viele Mitarbeiter werden Sie in Bad und Hotel beschäftigen, und ab wann?

Jakobs: Es werden insgesamt rund 100 sein, 20 Kollegen mehr als vorher nur im Spreeweltenbad. Eröffnung des Hotels soll voraussichtlich im Februar/März 2019 sein.

Mit Michael Jakobs und
Steven Schwerdtner
sprach Daniel Preikschat