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„Diesel-Diskussion zu dieser Zeit ist unerhört“

Kittlitz/Gahlen.. Die Diskussion um die Angleichung des Diesel-Steuersatzes an den für Normalbenzin stößt bei den Logistik-Unternehmen auf totale Unverständnis. „Der Dieselkraftstoff ist in der Vergangenheit nahezu doppelt so teuer geworden“ , erklärt Renate Rother. Bernd Töpfer

„Lag er kurz nach der Wende bei 87 Pfennig pro Liter, ist er mittlerweile schon bei 90 Eurocent gewesen“ , ergänzt sie. „Alle zwei bis drei Tage müssen die Lkw 600 bis 800 Liter Kraftstoff tanken, das läppert sich zusammen“ , so die Chefin der Rother und Rother Logistik GmbH mit Sitz in der alten Schäferei von Gahlen.
Zehn Lkw fahren für das Unternehmen. „Ich finde die Debatte zu dieser Zeit unerhört“ , ergänzt Frau Rother. Zumal sich das Problem mit der Lkw-Maut fortsetze.
„Ich hoffe nicht, dass die Dieselsteuer angeglichen wird“ , sagt Ulrich Kumpf, Niederlassungsleiter der DPD Germany (east) GmbH in Kittlitz. Rund 8000 Pakete werden täglich vom Deutschen Paket Dienst (DPD) in Kittlitz umgeschlagen und verteilt.
Kumpf wertet den Versuch der Steuerangleichung als weiteren Schritt der Regierung, der gegen den Mittelstand gerichtet ist und sieht es als verkehrsfeindliche Politik. „Sehen Sie, das wesentliche Ziel, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, ist aus objektiven Gründen nicht gewollt. Beispielsweise von der Bahn nicht, weil sie zunehmend gestückelte Lieferungen nicht übernimmt“ , erklärt Kumpf, der im Verkehrsausschuss der Cottbuser Industrie- und Handelskammer mitarbeitet und sich bestens mit der Problematik auskennt.
Hart würde es beispielsweise auch das Lübbenauer Baustoffrecycling-Unternehmen treffen, das auf dem Gelände hinter dem Hotel zum Mühlberg angesiedelt ist. „Rund 50 000 Liter Kraftstoff verbrauchen die Baumaschinen und die drei Brecher pro Jahr“ , erklärt Geschäftsführer Uwe Lindner.