| 02:32 Uhr

Diebe sprengen Fahrkartenautomat

FOTO: Preikschat
Lübbenau. Wahrscheinlich mit Pyrotechnik haben unbekannte Täter in der Nacht zum Mittwoch den Fahrkartenautomaten auf dem Lübbenauer Bahnhof aufgesprengt. Wie viel Geld die Diebe erbeuten konnten, ist noch unklar. Daniel Preikschat

Die Deutsche Bahn war sichtlich bemüht, das unschöne Bild der Zerstörung auf dem Bahngleis schnellstmöglich verschwinden zu lassen.

Am frühen Morgen sahen Reisende die Tür des Fahrkartenautomaten noch aufgesprengt offen stehen, die Technik auf dem Boden zerstreut herumliegen, den Bereich mit Flatterband abgesperrt. Am späten Vormittag war schon alles aufgeräumt. Wo der Automat stand, ist nun auf einer Infotafel zu lesen, dass an diesem Standplatz wegen Vandalismus zeitweise kein Automat mehr zur Verfügung steht.

Wie die Polizei informiert, sei noch zu ermitteln, wie viel Geld erbeutet wurde und wie hoch die Schadenshöhe ist.

Einen neuen Fahrkartenautomaten aufzustellen jedenfalls, kostet 30 000 Euro, heißt es von der Pressestelle der Deutschen Bahn. Es gelte nun zu prüfen, wie zerstört der Apparat ist. Solche Prüfungen musste die Deutsche Bahn in den vergangenen Wochen und Monaten schon häufiger veranlassen.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei-Direktion in Berlin informiert, gab es allein in diesem Jahr in Berlin und Brandenburg 55 Angriffe auf Fahrkartenautomaten. 35 Mal kam dabei Pyrotechnik oder Sprengstoff zum Einsatz. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Tendenz steigend.

Ihr Unwesen trieben die Automatenknacker bisher vor allem im Speckgürtel um Berlin. Aber auch im Landkreis Elbe-Elster gab es dieses Jahr schon zwei Anschläge, so Direktionssprecher Jens Schobranski.

Fast immer schlagen die Täter nachts zu und suchen sich stark frequentierte Bahnhöfe aus, die nicht so nahe an der Wohnbebauung liegen.

"Die Bahnhöfe werden natürlich vorher ausgespäht", sagt Bundespolizei-Sprecher Jens Schobranski. Der Lübbenauer Bahnhof sei bisher noch nicht heimgesucht worden.

Er hat die Besonderheit, dass dort auch ein Hotel mit elf Zimmern untergebracht ist. Wie eine Mitarbeiterin der Spreewelten GmbH sagt, die im Bahnhof arbeitet, seien derzeit allerdings nur zwei Zimmer belegt. Die Fenster gehen jeweils nach hinten zur Bahnhofstraße raus. Keiner der Gäste habe von einer Explosion in der Nacht berichtet.

Fahrkartenautomaten zu sprengen, sei sehr gefährlich so Jens Schobranski weiter. Zufällig Umherstehende können verletzt, vorbeifahrende Züge und Gleise durch herumfliegende Schrapnelle beschädigt werden. Tätern drohen mehrjährige Haftstrafen.