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Die Zinnitzer Stieleiche

Die Zinnitzer Stieleiche hat eine Krone von 25 Metern Breite. Der Baum gehört zu den Naturdenkmalen des OSL-Kreises.
Die Zinnitzer Stieleiche hat eine Krone von 25 Metern Breite. Der Baum gehört zu den Naturdenkmalen des OSL-Kreises. FOTO: H. Jentsch
174 Naturdenkmale gibt es im Norden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises. Sie sind in einer Verordnung festgeschrieben, die der Kreistag im Dezember 2007 beschlossen hat. Danach erhalten ausgewählte Einzelbäume, Findlinge und eine Quelle sowie deren unmittelbare Umgebung einen besonderen Schutzstatus. Die Arbeitsgruppe Orts- und Flurbegrünung des Nabu-Regionalverbandes Calau stellt in loser Folge einige dieser Naturdenkmale vor. Heute: die Zinnitzer Stieleiche. Helmut Jentsch

Wer von Calau aus auf der Landstraße L 52 nach Zinnitz kommt, erblickt auf dem ersten Grundstück rechts eine stattliche Stieleiche. Ihre mächtige Krone ist 25 Meter breit und 28 Meter hoch. Ihr Stammumfang misst heute 4,85 Meter, im Jahr 2005 wurden noch zwei Zentimeter weniger gemessen. Das bedeutet, dass der knapp 400 Jahre alte Baum immer noch wächst. Einige dürre Äste sind nur beim genauen Hinschauen zu entdecken.
Wie alle Gewächse im Ort, hatte die Eiche seit den 70er-Jahren bergbaubedingt unter Wassermangel zu leiden. Der Grundwasserspiegel wird auch künftig etwa sieben Meter tiefer liegen als früher. Es ist erschreckend, wie sehr viele Bäume, insbesondere im Zin nitzer Park, aussterben.
Die Eiche scheint aber offensichtlich mit der Situation fertig zu werden, auch wenn sie im vergangenen Jahr weniger Eicheln hatte als sonst. Beobachtungen an anderen Orten zeigen, dass Eichen weniger unter Trockenheit leiden als einige andere Baumarten. Es bleibt zu hoffen, dass der Baum auch künftig von Pilzbefall verschont bleibt.
Die Zinnitzer Eiche wird in der aktuellen Liste der Naturdenkmale des Landkreises OSL unter der Nummer 0726-1 geführt. Sie war bereits in vergangenen Jahrhunderten ein auffällig schöner Baum. Sie befindet sich auf dem Gehöft des ehemaligen herrschaftlichen Försters.
Es wird berichtet, dass die Eiche traditionell bis ins 20. Jahrhundert die Eichelsaat für den Gutshof geliefert hatte. Als bis ins 19. Jahrhundert die Viehherden der Bauern und der Rittergüter auf Feld und Flur gehütet wurden, waren die Eichen wegen der Eichelmast geschätzt und wurden von jedermann geschont. All das sollten wir heute bedenken, wenn wir solchen Schöpfungen der Natur gegenüberstehen, ihnen mit Ehrfurcht begegnen und sie schützen und pflegen.