WiS-Geschäftsführer Michael Jakobs und seinen Mitarbeitern konnte es fast peinlich sein. So sehr begeisterte sich BBU-Vorstand Maren Kern im Gemeinschaftsraum der AWO-Sozialstation in der Straße der Freundschaft bei einem gemeinsamen Frühstück an den Projekten der Wohnungsbaugesellschaft. "Toll", "herausragend", "wunderschön", lobte sie. Angesprochen fühlen durfte sich dabei auch Hartmut Klauschk, für Bau zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung. Denn nur im Verbund mit der Stadt und auch dem anderen Wohnungsbauunternehmen in Lübbenau werde man "Vorzeigestadt für den Stadtumbau".

Individuelle Wohngebäude

Bekam die WiS das Qualitätssiegel in den vergangenen Jahren für das Niedrigenergiehaus am Roten Platz und den Spreewelten-Bahnhof mit seinen künstlerisch gestalteten Hotelzimmern, würdigte der Verband diesmal der Rückbau des viergeschossigen Plattenbaus in der Straße der Freundschaft 4 bis 6. Durch geschickten Rückbau seien aus der Platte vom Typ P 1 zwei völlig neue, individuelle Wohngebäude geworden mit familiärem Charakter. Von Barrierefreiheit und liebevoll gestalteten Außenanlagen profitierten Senioren und junge Familien gleichermaßen.

Wohnungen sofort vergeben

Trotz einer für Lübbenauer Verhältnisse eher hohen Miete von sechs Euro für den Quadratmeter seien die zwölf Wohnungen vergeben gewesen, bevor sie bezugsfertig waren, so Jakobs. 1,2 Millionen Euro verbautes Eigenkapital könnten so wieder zurückfließen. Mit dem zuvor umgebauten Gebäude in der Straße der Freundschaft 1 bis 3 und dem 2015 errichteten Neubau für ein AWO-Serviceprojekt bekam das Quartier dank der Wandelbarkeit der Platte ein neues Gesicht. Der einst hohe Leerstand hier sei Geschichte. Insgesamt senkte die WiS die Quote in ihrem Bestand auf unter zwei Prozent.

Die umgebauten Häuser werden von Gästen immer wieder als Neubauten wahrgenommen, berichteten Michael Jakobs und Hartmut Klauschk den BBU-Vertretern. Das werde sich mit dem neuen Geschäftssitz, ebenfalls in der Straße der Freundschaft, nicht anders verhalten. Ende des Jahres soll er fertig werden.

Brandenburgweit haben nur fünf Städte das BBU-Qualitätssiegel bereits vier Mal bekommen und nur zwei weitere Städte ebenfalls drei Mal. Wie Jakobs bemerkte, seien alle diese Städte aber zum Teil auch deutlich größer als Lübbenau.