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Die Synode als Hoffnungsgemeinschaft

"Kirche in Bewegung" lautete das unausgesprochene Moto der Kreissynode am Samstag in Altdöbern. Gleich mehrmals wurden die Delegierten zum Heben der Stimmzettel oder Herantreten an die Wahlurne gebeten. Der Wahlsynode vorangegangen war ein Eröffnungsgottesdienst in der Evangelischen Kirche
"Kirche in Bewegung" lautete das unausgesprochene Moto der Kreissynode am Samstag in Altdöbern. Gleich mehrmals wurden die Delegierten zum Heben der Stimmzettel oder Herantreten an die Wahlurne gebeten. Der Wahlsynode vorangegangen war ein Eröffnungsgottesdienst in der Evangelischen Kirche FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Altdöbern. Am Samstag hat die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Niederlausitz mit einer Wahlserie künftige Wege der kirchlichen Selbstverwaltung eingeschlagen und somit das Superwahljahr eingeläutet. Bei der Wahl des Austragungsortes hat erstmals Altdöbern mit seinem Schützenhaus-Saal den Vorzug erhalten. Uwe Hegewald / uhd1

"Nach der Wahl der Gemeindekirchenräte im Herbst 2013 war es das erste Mal, dass die Synode in dieser Zusammensetzung tagte. Vorausgegangen war die Fusion der Kirchenkreise Lübben und Finsterwalde und eine bereits zweijährige Zusammenarbeit der Synode", sagte Altdöberns Pfarrer Stephan Magirius. Zum Vorsitzenden der Synode wiedergewählt, schwor er die 81 Delegierten aus den Gemeindekirchenräten auf einen Marathon mit zwölf Wahlgängen ein. So müssten für die nächste Legislaturperiode von sechs Jahren alle Ämter neu besetzt werden.

Eingestimmt wurden die Teilnehmer bei einem Eröffnungsgottesdienst in der Kirche, bei dem Generalsuperintendent Martin Herche deutliche Worte fand. In seiner Predigt verwies er auf die Krisenherde in der Ukraine, Syrien und der arabischen Welt, aber auch auf die Herausforderungen vor der eigenen Haustür. "Es stimmt, dass die Zahl der Gemeinde-Mitglieder sinkt, dass wir zu wenig Jugendliche erreichen und bei einigen Christen kaum noch Glaubenswissen vorhanden ist", mahnte er. Gleichfalls sehe er viele Gestaltungsmöglichkeiten und verstehe die Synode als "Hoffnungsgemeinschaft". "Haben Sie Mut zu klaren Entscheidungen, aber hören sie auch auf ihr Herz", appellierte der Generalsuperintendent, bevor er sich zu einer weiteren Kreissynode aufmachte.

Der Wiederwahl von Pfarrer Markus Herrbruck (Finsterwalde) zum stellvertretenden Superintendenten folgte das Vorstellen von Kandidaten für die Wahl des neuen Kreiskirchenrates. "Ich verspüre eine Aufbruchstimmung", beschwor Kreiskantor Andreas Jaeger (Finsterwalde). Der 53-Jährige durfte bisher im Norden und Süden des Kirchenkreises wirken und würde die Entwicklungen gern weiter begleiten. Jörg Dunger (49), Leiter der Landeswaldoberförsterei Lübben, sprach sich "für ein Verknüpfen von Traditionen und Moderne" aus und Gemeindepädagogin Angela Wiesner (49) aus Luckau für mehr Augenmerk auf Religionsunterricht. "Wir dürfen den Blick auf unsere Kinder nicht verlieren", befand die Kreiskatechetin. Lothar Treder-Schmidt (65) appellierte, "die Leute abzuholen". Viele wollten angesprochen werden, sagte der Luckauer und machte das an eigenen Erfahrungen fest. Eine Empfehlung hatte er auch parat: "Die Jugend gewinnen, das Mittelalter halten und Ältere zurückgewinnen."

Dass die Kirche insbesondere in ländlichen Regionen vor großen Herausforderungen steht, griff Anja Müller-König (47) auf. Die Tierärztin aus Goßmar sieht darin aber auch die Chance, "diese Räume mitzugestalten". Damit folgte sie den Worten von Generalsuperintendent, der sich dafür aussprach "sich an Altvertrautem und Altbewährten zu erfreuen aber auch den Mut zu finden, Neues anzuregen und es gemeinsam zu versuchen." Karl Trepsdorf aus Doberlug-Kirchhain folgte als Erster dem Aufruf und sorgte dabei für kollektives Schmunzeln. Als Wahlvorstand regte er für die nächste Wahl an, die ausgediente Pappkarton-Wahlurne gegen ein neues Modell auszutauschen.