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| 01:03 Uhr

Die Rückkehr der Harmonists – eine Legende lebt weiter

Lübbenau.. Ecki und Bert – das sind die zwei begabten Herren, die der Seniorenkaffeetafel am heutigen Donnerstagnachmittag im Schützenzelt den richtigen Pep verleihen werden.

Eckard Kochte, Musiklehrer an der Spreewaldschule Lübben, und Bert Heller, freischaffender Opernsänger, lernten sich während ihrer Studienzeit in Potsdam kennen.
Was lange währt, wird endlich gut und vor etwa sieben Jahren intensivierten die beiden ihr musikalisches Zusammenspiel. Was anfangs vermehrt für Familienfeierlichkeiten herhielt, ist heute zum unterhaltsamen Programm auch für größere Bühnen geworden. Von der italienischen Opernarie über Dixieland, vom Volkslied über Folklore bis zum Schlager, das Repertoire der beiden scheint schier unerschöpflich und endlos abwechslungsreich. Sich selbst auf Banjo und Akkordeon bekleidend, werden sie so manches Bein unter der Kaffeetafel zum Wippen, so manchen Kaffeegast zum Schunkeln bringen.
Wer „Harmonists“ hört, denkt unweigerlich an die fünf elegant gekleideten, von einem Pianisten begleiteten jungen Herren, die in den zwanziger Jahren einen Hit nach dem anderen landeten. Was einen waren Hit auszeichnet, ist, dass er sich auch viele Jahre danach noch hält, vielleicht sogar zum Ohrwurm geworden ist. Wem da nicht augenblicklich der „Kleine grüne Kaktus“ einfällt, hat einfach ein kleines Stück Musikgeschichte verpasst.
Und wer das erste Mal vor den „Luckauer Harmonists“ steht, fühlt sich um Jahrzehnte zurück versetzt. Vor etwa vier oder fünf Jahren, zu einem Zeitpunkt, als erstmals Originalpartituren der „Comedian Harmonists“ herausgegeben wurden, beschlossen sechs Mitglieder des Luckauer Kammerchores „Kantemus“ , einen kleinen musikalischen Ausflug in die Zeit vor 80 Jahren zu machen. Zwei bis drei Stücke gehörten vorerst zu dem kleinen Repertoire, das hier und da gezeigt wurde. Eine Veranstaltung im Luckauer Krankenhaus war Anlass für die Bitte, die nun an die sechs Künstler herangetragen wurde. „Könnt ihr nicht ein ganzes Programm als Harmonists zeigen, wurden wir gebeten“ , erinnert sich Peter Lippold, einer der Luckauer Harmonists, heute. Damit war er wohl gefallen, der Startschuss. Von nun an wurden sie zu Familienfeiern und öffentlichen Veranstaltungen gebucht. „Wir versuchen, alles in einem begrenzten Maße zu halten, denn jeder von uns ist natürlich auch beruflich eingebunden“ , erklärt Peter Lippold, der als einziger kein Musiklehrer ist. „Der Kammerchor ist nach wie vor unser wichtigstes Projekt. Und am wichtigsten ist, dass bei alledem der Spaß nicht verloren geht, denn es ist ja schließlich unser Hobby“ , fügt er noch hinzu.
Als die „Luckauer Harmonists“ begannen, sich mit der Musik der Zwanziger zu beschäftigen, lebten noch zwei Mitglieder der „Comedian Harmonists“ . „Ein Mitglied der Originalbesetzung stammte sogar aus unserer Region, sang damals am Senftenberger Theater“ , weiß Peter Lippold.
Das Reizvolle, das Unterhaltsame dieser Musik, liege darin, „… dass sie einfach schwergewichtige Themen außer Acht ließe und so manches auf die Schippe nähme“ , vermutet Lippold. Am Nachmittag der Seniorenkaffeetafel dürfen sich die Gäste auf ein abwechslungsreiches Programm, unter anderem auch mit Max-Raabe-Titeln gespickt, das mit zum Teil deftigen und ironischen Texten alter Komiker moderiert wird.
Den dritten und letzten Teil des Nachmittages gestaltet die „Western Swing Kapelle“ , die mit Keyboard, Schlagzeug und verschiedenen Saxophonen aufwarten wird. (ks)