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| 02:50 Uhr

Die Rache des "Wotschofska"-Wirtes

Schon zu Zeiten der DDR war die Gaststätte "Wotschofska" eine gute Adresse für Touristen, die in Scharen mit den Kähnen in diese Gegend kamen und es sich gemütlich machten. Dem Gastwirt war das Recht, aber nur bei gutem Wetter. (Nach Erinnerungen von Heinz Schwerdtner)

Kam ein Sturm, dann konnte es in der "Wotschofska" ziemlich ungemütlich werden. Äste in der Oberleitung ließen das Telefon ausfallen, und es dauerte immer eine halbe Ewigkeit, bis die Post das wieder in Ordnung hatte. Aber noch mehr Ärger hatte der Wirt mit der Energieversorgung.

Am Strommast nahe dem Gasthaus war ein Trafo angebracht, der aber offenbar nicht wetterfest genug war. Kamen Sturm und Regen, dann lieferte der nur die Hälfte des nötigen Stroms. Nach vielen Protesten schließlich kamen Monteure.

"Wer arbeitet, der soll auch essen" - nach diesem Motto kam, vor der Arbeit und der beschwerlichen Anreise in die Tiefen des Spreewaldes, erst einmal das "flüssige Brot" für die Monteure. Die staunten aber nicht schlecht, als ihnen der pfiffige Wirt mit verschmitztem Lächeln jeweils ein nur halb gefülltes Bierglas vor die Nasen stellte. "Halber Strom - halbes Bier", so die knappe Antwort.