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| 16:58 Uhr

Tour de OSL
Pedalritter bekommen ein Schloss

Start der Tour de OSL 2018 ist das Vetschauer Schloss. V.l.n.r.: Siegurd Heinze (Landrat OSL), Lothar Piotrowski (Sparkasse Niederlausitz), Bengt Kanzler (Bürgermeister Vetschau)
Start der Tour de OSL 2018 ist das Vetschauer Schloss. V.l.n.r.: Siegurd Heinze (Landrat OSL), Lothar Piotrowski (Sparkasse Niederlausitz), Bengt Kanzler (Bürgermeister Vetschau) FOTO: Stephan Meyer / LR
Vetschau/Calau. Die Tour de OSL führt dieses Jahr durch Vetschau, Calau und entlang des Gräbendorfer Sees. Von Stephan Meyer

Jedes Jahr werde er immer aufs neue gefragt, ob und, wenn ja, wann die Tour de OSL stattfinde, erzählt Landrat Siegurd Heinze (parteilos). Seit März ist das Datum bekannt. Damit stand der Termin dieses Jahr schon früh fest. Die Route war indes noch geheim. Stammgäste der Tour haben immer wieder Ideen für die Streckenpläne beigesteuert, so der Landrat. Diese Begeisterung für die Tour freue ihn sehr. „Manche sind bemerkenswert hartnäckig und wollen ihren Heimatort bei der Route berücksichtigt wissen.“

Am Mittwoch wurde der Streckenverlauf nun veröffentlicht. Dieses Jahr geht es in den Norden des Landkreises. Start und Ziel ist am 16. Juni, um 9 Uhr in Vetschau bei der Schlossremise. „Der erste Stopp ist allerdings nur ein Katzensprung entfernt“, wie Jens Bergmann erklärt. Er arbeitet für den Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Bereich Tourismus und hat die Route geplant. Nach einem halben Kilometer müssen die Radfahrer ihre Drahtesel bei der Wendisch-Deutschen Doppelkirche parken. Dort erwartet sie eine Führung. Im Anschluss geht es zur Schutzhütte Gräbendorfer See und danach nach Laasow, wo die Teilnehmer über Pläne zu den schwimmenden Häusern informiert werden. Die Route verläuft dann weiter nach Calau. Auf dem dortigen Marktplatz wird für eine Stunde ein Stopp für eine Mittagspause gemacht. Von dort geht es zur Kalkwitzer Dorfkirche. Auch hier wird es eine Führung geben. Ab da trennen die Radler nur noch sieben Kilometer vom Ziel. Knapp 45 Kilometer werden sie an dem Tag hinter sich lassen.

Zurück in Vetschau erwartet sie ein Abschlussprogramm und die traditionelle Radlertombola. Wer den Hauptpreis ergattert, steht jedoch vor der logistischen Herausforderung zwei Fahrräder mit nach Hause zu bekommen.

Die Kreisverwaltung rechnet mit circa 200 Teilnehmern. Bergmann zu folge sind die Zahlen der Tour de OSL seit Jahren stabil. 2017, beim 20. Jubiläum, haben sogar über 270 Radsportbegeisterte teilgenommen.

Ins Leben gerufen wurde die Tour 1998, um auf den Radtourismus im Landkreis aufmerksam zu machen. Zwar nehmen an der Radwanderung überwiegend Bewohner des Landkreises teil, wie Kreissprecherin Sarah Werner mitteilt, dennoch hat der Radtourismus sich positiv entwickelt. Laut Siegurd Heinze steigen die Übernachtungszahlen im Landkreis stetig. Und das geht nicht nur auf die Lausitzer Seenlandschaft zurück. „Unser ausgebautes Radwegenetz trägt wesentlich dazu bei“, sagt der Landrat. Circa 300 000 Übernachtungen werden jährlich registriert, wie Jens Bergmann erklärt. „Und da ist noch Luft nach oben“, ergänzt Heinze. Dennoch möchte der Landrat aufpassen, dass sich der Tourismus in einem gesunden Verhältnis entwickelt.

Vielleicht werden die zukünftigen Tour de OSL-Radwanderungen noch schöner. Denn Jens Bergmann stellt die Modernisierungen von Radwegen im Landkreis in Aussicht. 200 Kilometer sollen eine Qualitätsverbesserung erfahren. Geplant ist unter anderem die Installation von Wurzelsperren, damit Bäume nicht die asphaltierten Radwege aufbrechen. Auch sollen Schutzhütten gebaut werden. Dafür möchte die Kreisverwaltung Fördergelder beantragen. Bis zu 90 Prozent der Kosten könnten gefördert werden. Ob und wann Strecken erneuert werden, ist aber noch unklar. „Im Moment befinden wir uns noch in der Phase der Antragstellung“, so Bergmann.