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Die Natur unter die Lupe genommenDie Natur unter die Lupe genommen

Wanninchen. Am Wochenende war das Naturparkzentrum Wanninchen wieder Treffpunkt für Naturfreunde. Rund 50 Teilnehmer folgten dem Ruf des Bundes für Umwelt und Naturschutz (NABU) Brandenburg, des Naturparks Niederlausitzer Landrücken, der Naturwacht und des Biologischen Arbeitskreises Luckau, beim diesjährigen „Tag der Artenvielfalt“ dabei zu sein.. Diese Aktion ist 1999 von der Zeitschrift „Geo“ ins Leben gerufen worden und hat sich mittlerweile zur größten Feldforschungsaktion in Mitteleuropa entwickelt. Von Gudrun Driesen

Sie soll als Bestandsaufnahme der unmittelbaren Umwelt dienen und vor Augen führen, was so vor der Haustür wächst, gedeiht, krabbelt und fliegt.
Mit Keschern, Netzen, Lupen und allerlei anderen Utensilien begaben sich die Naturfreunde von Wanninchen aus an die Quellhänge des Niederlausitzer Landrückens zwischen Gehren, Waltersdorf, Grünwalde, Weißack und Gahro. In 24 Stunden wollten die Naturfreunde das rund zwei Kilometer breite und zwölf Kilometer lange Stück Natur erforschen. In dem Areal wechseln sich Feuchtgebiete, Wälder und offene Landschaft ab und spiegeln einen interessanten Querschnitt dieses Naturraumes wider.
Die Auswertung dieser Arbeit wurde am Sonntagmittag vorgenommen. Die einzelnen Arbeitsgruppen berichteten, welche Tier- und Pflanzenarten am Tag der Artenvielfalt entdeckt wurden. Nicht alle konnten Erfolge verzeichnen. Die lang anhaltende Trockenheit und die Temperaturen veranlassten so manchen Käfer oder Falter, in seinem Versteck zu bleiben. Bei den Gewässeruntersuchungen wiesen die Spezialisten darauf hin, dass der Bergbau Teiche und Bachläufe „sauer“ reagieren lasse und die Flora und Fauna das widerspiegelt.
Insgesamt konnte sich das Ergebnis von 1055 festgestellten Arten aber sehen lassen. "Sensationen bei der Entdeckung neuer Arten haben wir nicht erwartet", erklärte Helmut Donath von der Naturparkverwaltung. Die Auswertung habe ergeben, dass stark gefährdete Pflanzen und Tiere wieder registriert werden konnten. Und das mache für die weitere Arbeit Mut.
Über diese Ergebnisse informierte sich der Umweltstaatssekretär Friedhelm Schmitz-Jersch persönlich. In seinem Grußwort hob er die Artenvielfalt im Land Brandenburg hervor und betonte, dass diese Landschaft erhalten und geschützt werden müsse. Dazu trügen Gremien wie die „Heinz-Sielmann-Stiftung“ durch ihre Arbeit entscheidend bei. In Brandenburg, so Schmitz-Jersch, gebe es eine positive Bestandsentwicklung durch den Schutz der Großtrappe und der Sumpfschildkröten sowie bei den Fisch- und Seeadlern. Naturschutz gelinge nur, wenn alle an einem Strang ziehen, auch die Jagd- und Forstwirtschaft, unterstrich der Staatssekretär. Ebenso sei es notwendig, dass ehrenamtlicher und hauptamtlicher Naturschutz zusammenarbeiten.
Die Ergebnisse dieses Tages werden in der nächsten Zeitschrift „Biologische Studien“ , die vom Biologischen Arbeitskreis „Alwin Arndt“ herausgegeben wird, veröffentlicht.