Der bedeutendste Baum in Calau ist die Napoleoneiche. Diese Stieleiche (Quercus robur) stockt seit etwa 350 Jahren am Stadtrand von Calau, heute Werchower Straße, Ecke Nuschkestraße. Die Bezeichnung des Naturdenkmals soll an die Durchreise Napoleons am 21. Juli 1813 erinnern, der auf dem Weg nach Bautzen in Calau seine Pferde wechselte.

Grund für ihr heutiges imposantes Aussehen sind insbesondere gute Standortverhältnisse während der ersten 200 Jahre, in denen diese Eiche als Baum der Feldflur keinen Beeinträchtigungen unterlag. Heute beträgt der Stammumfang 710 Zentimeter. Durch einen Blitzschlag am 20. Juni 1990 sowie Pilzbefall des Kernholzes mit Schwefelporling, Eichenfeuerschwamm sowie Ochsenzunge ist der Baum inzwischen stark geschädigt. Lediglich seiner erstaunlichen Vitalität ist es zu verdanken, dass er besonders unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit erhaltungsfähig ist.

Um die Bruchsicherheit weiterhin zu gewährleisten, wurde die Krone in den vergangenen Jahren bereits um rund 30 Prozent reduziert. Mehrere Kronenverankerungen durch Spezialgurte mit Stahlseilverbindungen wurden angebracht, um das Auseinanderbrechen der Krone zu verhindern. Da Pilzbefall im Holz eines Baumes nicht bekämpfbar ist, werden sich die zerstörerischen Prozesse im Kernholz der Napoleoneiche weiterhin fortsetzen. Irgendwann werden wieder Sicherungsmaßnahmen erforderlich.