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| 17:30 Uhr

Fasching
Die Nachwuchsnarren sind los

Auch das Fahnenschwenken ist beim Karneval eine wichtige Aufgabe. Die Schüler der Jenaplanschule erhalten die ersten Lektionen vom LKC.
Auch das Fahnenschwenken ist beim Karneval eine wichtige Aufgabe. Die Schüler der Jenaplanschule erhalten die ersten Lektionen vom LKC. FOTO: Jenny Theiler / LR
Lübbenau. Der Lübbenauer Karneval Club unterrichtet Schüler in der Jenaplanschule.

Von Jenny Theiler

„Ihr könnt doch schon mal mit der Annemarie-Polka weitermachen“, ermuntert Sportlehrerin Mandy Bochon eine Gruppe von Schülerinnen der Jenaplanschule, die gerade noch den berühmten Macarena aus den 90er Jahren geübt haben. Die zwölf Mädchen gehören zu einer von insgesamt sechs Arbeitsgruppen, die sich mit dem Thema Karneval auseinander setzen. Die Lübbenauer Grundschule veranstaltet in jedem Jahr zur Karnevalszeit eine eigene Feier, die in einer themenbegleitenden Projektwoche organisiert wird. Es gibt ein eigenes Motto, bunte Kostüme und jede Menge Unterhaltung. Neben dem üblichen Faschingsspaß soll aber auch der Unterricht nicht zu kurz kommen. Zwei Stunden am Tag werden für die einzelnen Stammgruppen erübrigt, in denen die Schüler zwischen der vierten und sechsten Klasse alles rund um das Thema Karneval lernen.

Dass Fasching mehr bedeutet als nur umherfliegende Bonbons und bunte Kostüme, wissen die Mitglieder des Lübbenauer Karneval Clubs (LKC) am besten. Fünf langjährige Mitglieder besuchen die Jenaplanschule zwei Wochen lang regelmäßig, um ihr Wissen und die Freude an der Karnevalskultur an die Lübbenauer Schüler weiterzugeben. „Für mich ist Karneval ein besonderes Lebensgefühl, das vor allem erst durch den Gemeinschaftscharakter entsteht“, erklärt Astrid Pursche. Die Lübbenauerin ist seit 25 Jahren im LKC aktiv dabei und leitet während der Projektphase die Gruppe „Dekoration und Schminken“.

Die Themenschwerpunkte wurden von den Schülern selbst festgelegt. „Wir haben die Kinder im Unterricht gefragt womit sie sich im Karnevalsprojekt beschäftigen möchten. Sofern wir die Möglichkeiten dazu hatten, haben wir das auch realisiert“, erzählt Mandy Bochon. Neben Karnevalsschminken, der Tanzgruppe und Fahnenschwenken war auch das Interesse am klassischen Gardemarsch da. Jeder wird entsprechend seiner Fähigkeiten in die Vorbereitungen eingebunden. „Wenn die Schüler alles alleine machen und sehen, wie intensiv die Vorbereitungen für den Karneval sind, dann können sie das Ergebnis auch viel besser würdigen“, weiß Astrid Pursche.

Die Schüler der Jenaplanschule zeigen großes Interesse am Karnevalsprojekt. Mit viel Eigeninitiative und hohen Qualitätsansprüchen üben die Mädchen der Tanzgruppe eine Schrittfolge zu Dschinghis Khans „Moskau“ ein, während die Jungs der Fahnenschwenker ihrer Choreographie den letzten Feinschliff verpassen. Das Schwenken der Vereinsfahne gehört zum Brauchtum dazu und darf bei keinem Karnevalsumzug fehlen. Auf diese Art würde man auch diejenigen in das Projekt einbeziehen, die auf den ersten Blick für Karneval nicht viel übrig haben, meint Luise Jank. Die 28-jährige Trainerin ist mit dem LKC aufgewachsen und weiß, dass vor allem Jungs oftmals Hemmungen haben, im Karnevalsverein mitzuwirken. „Das Fahnenschwenken ist eine repräsentative Aufgabe und gibt den Jungs das Gefühl, ein wichtiger Teil der Gemeinschaft zu sein“, erklärt Luise Jank. Bei den sechs Fahnenschwenkern der Jenaplanschule funktioniert das Training sehr gut. „Viele sind wirklich mit großem Elan bei der Sache und üben sogar zu Hause in ihrer Freizeit“, betont die Trainerin.

„Es soll nicht nur um die Vorbereitungen für die Party am Faschingsdienstag gehen, ein bisschen Unterricht müssen wir ja auch noch machen“, schmunzelt Mandy Bochon. Warum ist zum Beispiel der Narrenruf in der Lausitz „Helau!“ und nicht „Alaaf!“? Begleitend zu den Workshops erfahren die Zehn- bis Zwölfjährigen im Unterricht auch viel über die kulturellen Hintergründe des Karneval sowie die verschiedenen Bräuche und Darstellungsformen in anderen Teilen des Landes. Ein wichtiger Punkt ist hierbei auch die Büttenrede, deren Bedeutung den Nachwuchsnarren im Kurs „Moderation, Programm und Büttenrede“ beigebracht wird. Humor und Unterhaltung stehen hierbei im Vordergrund. „Die Welt ist schon ernst genug und ab und zu muss man auch mal etwas Abstand davon nehmen und über sich selber lachen können“, meint Roland Herrmann, der seit 2005 im LKC wirkt.

(the)