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"Die Menschen hier sind begeisterungsfähig und offen"

Kantorin Katharina Schröder leitet die evangelische Kirchenmusik in Lübbenau. Am kommenden Sonntag gibt sie um 17 Uhr ein Orgelkonzert in der Paul-Gerhard-Kirche in Lübben.
Kantorin Katharina Schröder leitet die evangelische Kirchenmusik in Lübbenau. Am kommenden Sonntag gibt sie um 17 Uhr ein Orgelkonzert in der Paul-Gerhard-Kirche in Lübben. FOTO: Daniel Friedrich/dfh1
Lübbenau. Als das Kantorenehepaar Jaeger 2010 nach vielen Jahren die Spreewaldstadt verließ, blieb ihre Stelle lange Zeit unbesetzt. Seit ihrer Einführung vor gut einem Jahr leitet nun Katharina Schröder die kirchenmusikalische Arbeit in den evangelischen Gemeinden Lübbenaus. Daniel Friedrich/dfh1

Wenn sonntags in der Nikolaikirche die Orgel erklingt, dann ist es nicht selten Katharina Schröder, die vorm Spieltisch der "Königin der Instrumente" sitzt. Die Gottesdienstbesucher freuen sich, die 27-jährige zu hören. Einige von ihnen trifft sie schon Montag wieder, zur Probe des Kantatenchors. Heimisch sei sie mittlerweile geworden, erzählt die junge Kantorin mit Blick auf ihre bisherige Zeit in Lübbenau. Gemeinsam mit ihrem Freund ist sie vor kurzem in das renovierte Gemeindehaus direkt am Kirchplatz gezogen. Auch er beschäftigt sich mit Musik, promoviert gerade in der "künstlerischen Forschung".

Aufgewachsen ist Katharina Schröder im sächsischen Freiberg. Mit fünf Jahren wurde sie Mitglied der Kurrende, einem Kinderchor, der die Gottesdienst-Liturgie gestaltet und bei Konzerten mitwirkt. Im Alter von acht Jahren begann sie Klavier zu spielen, mit 17 kam die Orgel hinzu. Schon damals vertrat sie hin und wieder den Kantor des Freiberger Doms und fand Gefallen an seinen vielfältigen Aufgaben. So entschied sie sich, nach dem Abitur in Leipzig Kirchenmusik zu studieren. Das Studium ergänzte sie durch einen einjährigen Auslandsaufenthalt in Nordschweden, bei dem sie sich intensiv mit künstlerischem Orgelspiel auseinandersetzte. Nach ihrer Diplomarbeit über den "Zusammenhang zwischen bildender Kunst und Musik" zog es sie für das Masterstudium abermals nach Schweden.

Mit dem Abschluss in der Tasche wurde die junge Musikerin über eine Ausschreibung auf die vakante Stelle in Lübbenau aufmerksam: "Ich habe mich schließlich bewusst für Lübbenau entschieden, weil ich hier auch größere Projekte verwirklichen kann. Der Chor steckt voller Potenzial, die Menschen hier sind begeisterungsfähig und offen für neue Veranstaltungen - das ist mir wichtig."

Neben dem Chor übt sie wöchentlich auch mit dem Bläserensemble, schult nebenamtliche Organisten und organisiert Musicalfreizeiten. "Zu meinen bisherigen Höhepunkten gehören insbesondere die Konzerte, wie die beiden Weihnachtsoratorien oder das Singspiel mit dem Kindergarten im vergangenen Sommer", erzählt sie.

Momentan stehen die Proben für das Sommerkonzert des Kantatenchors an, zum Händel-Jubiläumsjahr 2015 soll außerdem das Oratorium "Der Messias" aufgeführt werden. Daneben will sich Katharina Schröder 2015 auch beim 700. Stadtgeburtstag beteiligen: "Geplant ist ein Konzertprogramm mit der Musik früherer Lübbenauer Kantoren, dabei werden einige Werke sogar uraufgeführt", verspricht sie. Zunächst bedarf es dazu aber noch jeder Menge Recherchearbeit.