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| 12:24 Uhr

Die Saison ist eröffnet
Die Leiper Spreewaldfeen laden zu Tanz und  guter Laune

 Adelheid Schulze und Sigrid Konzack – die Strickfeen zeigten den Besuchern ihr handwerkliches Geschick.
Adelheid Schulze und Sigrid Konzack – die Strickfeen zeigten den Besuchern ihr handwerkliches Geschick. FOTO: Philipp Brendel
Leipe. Mit dem Frühlingsfest startet am Leiper Naturhafen die Kahnfährsaison mit ausgelassenem Beisammensein, Spreewälder Witz und traditionellen Einblicken. Von Philipp Brendel

Im schnellen Schwung dreht sich das Spinnrad. Mit flinker und geschickter Hand zeigt die Strickfee Adelheid Schulze den staunenden Gästen des Frühlingsfestes ihre Künste. Zusammen mit Sigrid Konzack möchten die beiden Spree-
waldoriginale nicht nur allen Interessierten das alte Handwerk des Spinnens und Strickens näherbringen, sondern vor allem auch die jüngere Generation begeistern: „Immer mehr jüngere Leute interessieren sich wieder fürs Stricken, Häkeln oder Weben. Wir suchen auch immer wieder Nachfolger. Wir sind ja die letzte Generation, die dieses Handwerk so betreibt.“ Einige kuriose Fakten über die magischen Kräfte der Wolle hält die Strickfee bereit: Wer weiß schon, dass Socken aus Schafwolle nicht nur Wärme spenden, sondern die Füße auch massieren?

Gestärkt mit leckerem Kuchen, knusprigem Grillfleisch und frischen Getränken können sich die Gäste des sonnigen Nachmittages bei Berthold Lehnik aus Groß Lübbenau über das Handwerk des Körbeflechtens informieren. So erfährt man, dass auf den Spreewälder Kähnen vor allem viereckige Körbe verwendet werden, da diese sich besser stapeln lassen. „Für einen Korb benötige ich schon so einen halben Tag.“

Doch nicht nur Einblicke ins Handwerk werden geboten. Der im Spreewald allseits bekannte Schlagersänger Andreas Schenker hat seine Fans aus Nah und Fern mitgebracht und sorgt für die richtige Stimmung. Mit Spreewaldliedern und flotten Schlagern bringt er die Gäste ordentlich zum Mitschunkeln.

Nach den ersten Spreewälder Partyhits mit Andreas Schenker ist gegen 13 Uhr der große Höhepunkt des Frühlingsfestes angesagt: Die traditionelle Rudelübergabe, die nun auch in Leipe die Kahnfährsaison einleitet. Warum der Spreewaldhafen in Leipe als einer der letzten in die Saison startet, begründet Kahnfährmann Georg Kreppel ganz locker: „Meistens ist ja im Mai schöneres Wetter als im April.“ Von diesem regelrechten Kaiserwetter Anfang Mai können sich die Gäste überzeugen lassen. Nach der feierlichen Übergabe des Rudels an die Kahnfährmänner startet die erste Tour des Jahres durch das Dörfchen Leipe. Verabschiedet wird der erste Kahn von der Leipschen Maika und ihrer kleinen Enkeltochter Lotta mit Sing und Tanz in traditioneller Spreewaldtracht.

Für die Leute, die gerne Schmökern, gibt es auch ein Angebot: Aus vollen Kisten darf sich aus dem Bücherschatz bedient werden im Gegenzug einer kleinen Spende. Der Spendenverein „Wir helfen“ unterstützt bedürftige Menschen der Region, wie Marlene Jedro, die als die Leipsche Maika auftritt, ausführt: „Wir unterstützen damit zum Beispiel kinderreiche Familien oder auch alleinstehende, ältere Frauen.“ 290 Euro wird sie auf das „Wir helfen“-Konto überweisen.

Doch es gibt nicht nur die Möglichkeit, etwas Gutes für seine Mitmenschen zu tun. Marlene Jedro eröffnet auch einen Einblick in die Spreewaldtraditionen. „In der Niederlausitz gibt es drei Trachtengebiete. Die Trachten unterscheiden sich im Allgemeinen durch die Haubengröße und ihre Rocklänge“, erklärt sie zum Beispiel.