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| 02:32 Uhr

Die Hitze des Winterdienst-Gefechts

So viel scheint klar: Der im zurückliegenden Winter eingeführte Räumdienst auf den Radwegen zwischen der Kernstadt und den Ortsteilen – wie hier aus Boblitz kommend – soll weitergeführt werden.
So viel scheint klar: Der im zurückliegenden Winter eingeführte Räumdienst auf den Radwegen zwischen der Kernstadt und den Ortsteilen – wie hier aus Boblitz kommend – soll weitergeführt werden. FOTO: jg
Lübbenau. Dieses Thema braucht kühle Köpfe: In Lübbenau ist die Debatte um die Winterdienst-Leistungen neu entbrannt. Grundlage sind widersprüchliche Wünsche aus den Ortsteilen, mit denen sich nun der Bauausschuss befassen muss. Jan Gloßmann

Das Thermometer pendelt um gefühlte 50 Grad, doch das Eberhard Richter schon kocht, hat andere, eher kalte Gründe: Der Stadtverordnete aus Ragow arbeitet sich einmal mehr am Winterdienst ab. Für die Alternative Wählergemeinschaft (AWG) und die Ortsteile fordert Richter seit Jahren mehr Winterdienst-Leistungen, und meist blitzt er damit ab. Die Stadtverwaltung verweist dann auf dadurch steigende und auf lange Sicht nicht tragbare Kosten. Eine Summe von 800 000 Euro schwirrt durch die Gegend, die beispielsweise im Winter 2010 fällig geworden wäre. Nach gültigem Muster waren es 445 000 Euro.

Immerhin sind jetzt in den Ortsteilen die Wünsche abgefragt worden - nur leider ergeben die Antworten kein Bild, das Eberhard Richter gefallen dürfte. Zu unterschiedlich sind die Wünsche. Einige listen diverse Straßen auf, andere reagierten gar nicht, wollen keine Veränderung oder forderten pauschal Winterdienst überall. Das wurde im Rathaus zu einem Papier zusammengefasst, mit dem sich die Fraktionen beschäftigen sollen. Eberhard Richter konstatiert: "Hier steht nur drin, wie es nicht geht." Der Ragower moniert, dass im Ortsteil Leute fürs Räumen einer Schleife zahlen müssen, obwohl sie den dort wendenden Schulbus nie nutzen. Sein Fraktionskollege Helmut Richter aus Bischdorf sieht daher "momentan das Gerechtigkeitsprinzip gestört". Und so gibt es von Bischdorfer Bürgern sogar einen Antrag, die Busschleife vom Anger weg an die Landesstraße zu verlegen. Helmut Richter könnte sich vorstellen, mehr Straßen zu räumen, dafür aber "nicht schon bei der ersten Schneeflocke loszufahren".

Durch die anderen Fraktionen zieht sich derzeit eine gewisse Vorsicht. "Jetzt ist der Sack wieder auf, aber Gerechtigkeit wird ohnehin nicht hergestellt", sagt etwa der SPD-Fraktionschef Holger Bartsch. Soll heißen: Eine Debatte über einzelne Straßen bringt wenig Zufriedenheit, höchstens neuen oder anderen Neid. Der Linken-Abgeordnete Matthias Mnich ist dafür, die Satzung - die neue soll im September vorliegen - anzupassen. Uwe Pielenz (SPD) fragt sich, "was das Ziel dieser Debatte" ist? Der von ihm geführte Bauausschuss muss sich im August mit den Problemen befassen.