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| 13:51 Uhr

Jubiläum
Tausende feierten an den Fließen in Raddusch

Raddusch feiert 725. Geburtstag FOTO: Peter Becker
Raddusch. Beim Jubiläumsfest am Wochenende wurde nicht nur gefeiert, sondern auch mit der Pflanzung von 725 jungen Bäumen begonnen. Von Peter Becker

„Die Radduscher waren schon immer sehr tüchtig, ja, sie werden sogar beneidet. Einmal wegen ihrer touristisch günstigen Lage und ihrer wirtschaftlichen Erfolge, aber eben auch wegen der hier sehr rührigen Menschen, die erst zwei Jahre nach dem Brandenburger Dorf- und Erntefest schon wieder ein Fest auf die Beine gestellt haben.“ Michael Stübgen (CDU), der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium hält offenbar große Stücke auf die Spreewaldgemeinde. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Frank Zeugner hatte ganze Arbeit geleistet. Und es war der rührige Ortschronisten Manfred Kliche, der das Datum der Ersterwähnung von Raddusch bei seinen Forschungen entdeckt hatte.

Der für Raddusch übliche Höhepunkt, der Kahnkorso, lockte an diesem Wochenende erneut tausende Besucher an. Großes war angekündigt. Diesmal sollte der Umzug auf dem Wasser alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen, denn die 36 mit viel Witz und guten Ideen gestalteten Kähne wurden diesmal von einem U-Boot angeführt. Udo Saaro und Mike Latarius vom Radduscher Faschingskomitee hatten in mühevoller Kleinarbeit ihr „U 725“ zusammengezimmert und durch die engen Hafengewässer manövriert. Dass sie nicht auf Tauchgang gehen konnten, schoben sie scherzend auf die aktuell niedrigen Wasserstände. Das Boot war beim Korso das Fotomotiv schlechthin.

Das Festgelände erstreckte sich über die gesamte Dorfstraße. Sandy Kalz bot mit ihren Töchtern Vanessa und Laura kostenloses Kinderschminken an, die Radduscher Familien Roge und Boschek hatten ihre Höfe geöffnet, und auf dem Dorfplatz fand eine Alttechnik-Schau statt. Kathrin Küster verkaufte Herzbrote, der Erlös geht an den Kindergarten. Die Heimatstube besuchten über 200 Gäste. Im Festzelt moderierten Marlene Jedro und Manfred Kliche die Programmabfolgen, deren Höhepunkt der Auftritt des Radduscher Heimat- und Trachtenvereins war. Besonders für die Urlauber war dies ein guter Einblick ins historische Dorfleben. Über die Hälfte der Anwesenden waren keine Einheimischen, wie Marlene Jedro per Handzeichen ermitteln ließ.

Am Malwettbewerb zur Radduscher Insekten- und Pflanzenwelt beteiligten sich 15 Kita-Kinder. Eine Jury wählte aus den über 50 Arbeiten neun für die öffentliche Präsentation aus, wovon vom Publikum fünf für je 1000 Ansichtskarten ausgewählt wurden. Celine Droge, Timea Künzel, Johanna Verst, Ida Mielchen und Lilli Denzel heißen die Nachwuchskünstlerinnen.

Zum ebenfalls von der Spreeakademie ins Leben gerufenen Designwettbewerb für spreewaldtypische Insektenhotels wurden drei Entwürfe eingereicht, die alle drei prämiert wurden. Der erste Preis ging an Gerrit Vergeer von der AWO-Spreewaldwerkstatt Lübbenau. Am Stand der Spreeakademie konnten sich Besucher beim Bau von Mini-Insektenhotels selbst ausprobieren. Die Urlauber Annette und Hedwig Goda kamen aus Lübben mit den Fahrrädern zum Fest und bastelten sich ein solches Hotel. „Wir sind überrascht vom Spreewald, den wir erstmalig besuchen und dem schönen Fest hier“, so die Niedersachsen.

Große Beachtung fand die vom örtlichen Tourismus- und Kunstverein gestartete Initiative „Äppel und Birnen for Future – 725 Bäume zum 725.“ Im Jubiläumsjahr sollen auf öffentlichen wie privaten Flächen 725 Bäume gepflanzt werden, wobei „Äppel & Birnen“ für ein gesundes Durcheinander aller Laubholzarten steht. Michael Stübgen legte am ersten Baum Hand an, assistiert von Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler und dem Radduscher Ortsvorsteher Ulrich Lagemann. Die erste Pflanzung wurde von den Initiatoren, dem Tourismus- und dem Kunstverein, vorbereitet. Bengt Kanzler brachte ebenfalls einen Baum mit, der an der Kita seinen Platz finden soll. Jeder darf mitmachen, jeder darf auf den noch zuzuweisenden Flächen pflanzen – jetzt fehlen „nur“ noch 723. Alles Weitere wird in den nächsten Tagen geregelt. Der Rotaryclub Lübben war die erste Vereinigung, die sich anbot, Bäume zu pflanzen und zu pflegen.

Der Nachmittag und der Abend klangen mit Musik von Mareen Laurisch, der Radduscher Band CartoucheNoir und der Liveband nAund aus. Vom Rand des Geschehens beobachtete Frank Zeugner zufrieden den Festverlauf. „Ohne solch aktiven Mitstreiter wie Tobias Kienz, Detlef Mecke, Matthias Hantscher und Horst Lierka wäre das nicht zu schaffen gewesen, um mal den aktivsten Kern zu nennen“, sagte der Cheforganisator.

 Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (li.) übergibt an den Radduscher Ortsvorsteher einen Apfelbaum im Rahmen der Aktion „Äppel und Birnen for Future". Mehr Bilder vom Jubiläum unter  www.lr-online.de/Bilder   F
Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (li.) übergibt an den Radduscher Ortsvorsteher einen Apfelbaum im Rahmen der Aktion „Äppel und Birnen for Future". Mehr Bilder vom Jubiläum unter www.lr-online.de/Bilder F FOTO: Peter Becker
 Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (li.) übergibt an den Radduscher Ortsvorsteher einen Apfelbaum im Rahmen der Aktion „Äppel und Birnen for Future". Mehr Bilder vom Jubiläum unter  www.lr-online.de/Bilder   F
Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (li.) übergibt an den Radduscher Ortsvorsteher einen Apfelbaum im Rahmen der Aktion „Äppel und Birnen for Future". Mehr Bilder vom Jubiläum unter www.lr-online.de/Bilder F FOTO: Peter Becker
Raddusch feiert 725. Geburtstag FOTO: Peter Becker