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| 01:02 Uhr

Die ganze Schule ein einziger Zirkus

Lübbenau.. Mit einer „zaubernden“ „jonglierenden“ und „feurigen“ Projektwoche wartet in dieser Woche die Allgemeine Förderschule „Pestalozzi“ auf. Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens bereiten Pädagogen und Schüler ein Festprogramm der besonderen Art vor. Gemeinsam mit ihren Gästen, Freunden und den Artisten ist eine unterhaltsame und spannende Vorstellung im Zirkuszelt in Arbeit. In der Projektwoche stehen gegenwärtig bezaubernde Tüchertänze und mutige Schlangenbeschwörer, geschickte Trapezkünstler und lustige Clowns im Mittelpunkt des Interesses. Von Bernd Marx

Doch vor den Erfolg im blauen Zirkuszelt mit den weißen Sternen heißt es für die kleinen und großen Akteure, die Auftrittsnummern und Darbietungen immer wieder einzuüben. Die über 200 „Artisten auf Zeit“ lernen in diesen Tagen bei Berufsartisten das ABC für einen gefälligen Tanz auf dem Seil, das Jonglieren von Bällen, Ringen und Keulen sowie das Dressieren von großen und kleinen Haustieren.
Tim Wienholz (9), Michelle Rinka (10), Jonas Kuhn (10) und André Öliger (13) machen ihre ersten wagemutigen Übungen am Trapez und werden mit spontanem Beifall der Besucher belohnt. „Nachdem ich die Zirkusvorführung am Montag gesehen habe, bin ich von der Welt der Illusionen und der Akrobatik ganz begeistert und möchte am Wochenende mit einer gelungenen Vorstellung als Akrobat dabei sein“ , erzählt Toni Gatge (17) aus Lübbenau, bevor er ins Trainingscamp einzieht.
Matthias Miersch (16) und Robert Stöcker (17) aus Vetschau machten sich indes auf den Weg, um Fakire zu werden. Die zwölfjährigen Kristoph Oleksy und Andreas Sikora aus Polen waren von der Dressurarbeit mit den weißen Tauben ganz fasziniert, während ihre Mitschüler Kristoph Pietka (11) und Lucas Hain (11) mit großem Mut als Fakire über tausende Glasscherben laufen oder sich auf spitze Nagelbretter legen. Jasmin Kittler (8) aus Krimnitz, Carolin Petrick (10) aus Raddusch, Sandy Krüger (11) aus Repten und Linda Benack (13) aus Wüstenhain üben spielerisch den Tanz mit den bunten Tüchern in einem Klassenzimmer ein. Übungsleiter Patrick Sperlich (20) führt die Nachwuchskünstler in die Welt der Illusionen ein. Mit einem geheimnisvollen Spruch holen Rosalind Spornholz (6) aus Plieskendorf, Martin Schüler (10) aus Reuden und Monique Becker (12) aus Lübbenau allerlei Überraschungen aus dem Zauberwürfel, der Hasenkiste und dem Tücherrahmen. Nur der sechsjährige Dennis Jentsch aus Groß Beuchow hatte Pech. Er zaubert seine Erzieherin weg und vergisst den Rückkehrspruch. Mehr Glück mit ihrer Darbietung haben da Marie-Charlotte zu Lynar (5), Lisa-Marie Kühnel (6), Melina Bunsch (6) und Antonia Hirthe (7). Sie haben sich dem Seiltanz verschrieben und laufen anmutig und sicher üb er das schmale Seil. „Immer laut und deutlich zu den Zuschauern sprechen“ , bemerkt Übungsleiter Manuel beim Unterricht der lustigen Clowns. Nancy Schult (7) zeigt ihr Können mit der Geige, während Denny Schulz (14) eine tanzende Ballerina auf dem „Hochseil“ darstellt. Ganz außer Atem sind die Akrobaten bei ihren kräftezehrenden Übungen zur Pyramide, Omega-Pyramide und zum Brandenburger Tor in der Sporthalle. „Den Gruß an das Publikum nicht vergessen und nochmals den geordneten Abgang aus der Manege üben“ , ruft Zirkusdirektor André Sperlich seinen Schützlingen zu. So ziehen Jacky Seifert (6), Adrian Krüger (7), Mandy Förster (8), Melina-Laura Wenzel (8). Amanda Schütze (8) und Cindy Görlich (10) lachend und winkend nach ihrem Auftritt zu den Bänken am Hallenrand.
Unterstützt wird das Projekt vom Zirkus Sperlich aus Meltendorf bei Jessen, der sein zeitweiliges Quartier auf dem ehemaligen Schulhof der Jenaplanschule errichtet hat. „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die Kinder und Jugendlichen mit viel Ehrgeiz und heller Begeisterung immer wieder die Vorstellungsnummern einstudieren und ihrem großem Auftritt in der Öffentlichkeit regelrecht entgegen fiebern“ , bemerkt Zirkusdirektor André Sperlich (29) im Gespräch. Er ergänzt: „Der begeisterte Applaus und das Kinderlachen zum Schluss der Aufführung sind der schönste Lohn für jeden Künstler.“
„Viele der befreundeten Schulen sind unserer Einladung gefolgt und gemeinsam werden wir bei viel Spaß, guter Laune und künstlerischer Unterhaltung unser 50. Schuljubiläum gemeinsam mit der Lübbenauer Bevölkerung unter dem Zirkuszelt feiern“ , so Schulleiterin Inge Nevoigt bei der Vorstellung ihres Projektes. Dem kulturellen Vorhaben in der Manege haben sich auch Klassen der Grundschule Missen, der Förderschule Altdöbern, die Hortkinder der 1. Grundschule Lübbenau sowie die Vorschulkinder der Jenaplanschule angeschlossen. Sogar aus der polnischen Partnerschule Niwiska bei Zielona Gora (Grünberg) sind 20 Schülerinnen und Schüler mit ihren Pädagogen angereist.
„Es ist ein tolles Erlebnis für unsere Mädchen und Jungen mit einer Zirkusvorstellung den 50. Geburtstag unser deutschen Partnerschule zu feiern“ , sagt Schulleiterin Danuta Pyrtko. Mit von der Partie ist auch Deutsch-Lehrerin Margaretha Koncur als Übersetzerin.
Langeweile gibt es in der Lübbenauer Förderschule auch sonst nicht. Neben der schulischen Ausbildung haben die 109 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihr Wissen und Können in den zahlreichen Arbeitsgemeinschaften zu erweitern und zu vervollkommnen. Doch Computertechnik oder Kochausbildung, Selbstverteidigung oder Kunstunterricht, Basteln oder Verkehrsschulung sind in dieser Jubiläumsfestwoche etwas ins Abseits gerückt.

Termine Zwei Aufführungen mit den Zirkus-Eleven
 Die jungen Artisten und Magier präsentieren ihr Show- und Zauberprogramm der Öffentlichkeit im geheizten Zirkuszelt morgen um 10 Uhr und um 17 Uhr sowie am Sonnabend, 12. November, um 14 Uhr. Die Eintrittspreise betragen acht Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder.